Die betroffene Frau äusserte sich am Donnerstag auf Tele M1. Seit dem vergangenen Sommer bekomme sie Sozialhilfe. «In meiner Not habe ich mich auf die Forderungen des Betreuers eingelassen», sagte die Frau, die sich vor die Kamera stellt, aber anonym bleiben will.

«Er wollte über Monate Sex als Gegenleistung für eine reibungslose Abwicklung der Sozialhilfeanträge», sagte sie.

Sozialdienstmitarbeiter in Aarburg hat Sex mit Klientin

Sozialdienstmitarbeiter in Aarburg hat Sex mit Klientin

Es gehe ihr dreckig, erzählte sie. «Ich habe es nicht mehr ausgehalten.» Sie zeichnete ein Gespräch mit dem Betreuer auf ihrem Smartphone auf und wandte sich an die Opferhilfe. So kam der Fall ins Rollen.

Am Donnerstagmorgen um 8 Uhr ging bei der Aargauer Staatsanwaltschaft der Anruf ein: Ein Mitarbeiter der Sozialen Dienste Aarburg habe mit einer Klientin sexuelle Handlungen begangen. Er sei geständig.

«Wir liessen den Mann von der Polizei abholen und einvernehmen», bestätigt Staatsanwaltschafts-Sprecherin Elisabeth Strebel. Mehr könne sie zum laufenden Verfahren derzeit nicht sagen.

Mitarbeiter sofort freigestellt

«Über die Opferhilfe haben wir vom Vorfall erfahren», sagt Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär auf Anfrage.

Der Aarburger Gemeinderat sei zutiefst bestürzt über den Vorfall und habe den Mitarbeiter der Sozialen Dienste mit sofortiger Wirkung freigestellt.

Es herrsche eine Null-Toleranz-Politik: «Das Tätigkeitsfeld der sozialen Arbeit erfordert ausgewiesenes Verantwortungsbewusstsein und absolute Integrität.»

Der beschuldigte Mitarbeiter ist seit mehreren Jahren in der Gemeinde tätig und gemäss Gemeindeammann bisher nicht negativ aufgefallen. Hans-Ulrich Schär will die Präventionsmassnahmen verstärken, um solche Vorfälle in Zukunft verhindern zu können.

In welchem Zeitraum die sexuellen Handlungen stattgefunden haben, könne derzeit nicht abschliessend gesagt werden.

Die betroffene Klientin werde derzeit von der Opferhilfe betreut und habe sofort eine neue Betreuerin von der Gemeinde erhalten, bestätigt Schär. Die zuständige Gemeinderätin habe sich der Sache zudem persönlich angenommen.