Andreas Glarner
«Er wird zur Belastung für das Dorf»: Das sagen die Einwohner zum Rücktritt ihres Ammanns

SVP-Nationalrat Andreas Glarner hat gestern bekannt gegeben, dass er nicht wieder als Gemeindepräsident von Oberwil-Lieli kandidieren wird. So haben die Einwohner auf die Neuigkeit reagiert.

Nadine Bunde
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Gestern hat Andreas Glarner bekannt gegeben, dass er im Herbst bei den Gemeinderatswahlen kein weiteres Mal mehr antrete. Nach 20 Jahren als Gemeinderat und 12 Jahren als Gemeindeammann "sei jetzt Zeit für neues, junges Gehölz", sagt Glarner. Das Amt des Gemeindeammanns sei auch mit dem Nationalratsamt schwierig zu vereinbaren.

Die Einwohner des Dorfes reagierten auf die Neuigkeit grösstenteils positiv. Vor allem seine grössten Kritiker sind erleichtert. "Man hat gehofft, dass er einsieht, dass er langsam zur Belastung für das Dorf wird." so Martin Uebelhart von der IG Solidarität Oberwil-Lieli, welche sich für die Aufnahme von Flüchtlingen in Oberwil-Lieli einsetzt.

Auch Siegfried Renggli, Präsident des Vereins Lebenswertes Oberwil-Lieli, freut sich: "Der Frühling kommt, es gibt Platz für Neues. Das stimmt mich positiv." Der Verein setzt sich für erschwinglichen Wohnraum und eine ausgewogene Durchmischung der Bevölkerung ein.

Dorf gespalten

Andreas Glarner hat im letzten Jahr mit seiner harten Asylpolitik polarisiert. Der Widerstand gegen Glarner wuchs, es wurde öffentlich gegen ihn protestiert. Seine Gegner sind deswegen sogar auf die Strasse gegangen. Dies sei aber laut Glarner nicht der Grund für sein Handeln: "Wir haben etwa 20 Prozent Linke bei uns, das haben Sie in jedem Dorf, wenns' schief läuft. Bei uns gab es halt etwas mehr Leute, die mit der Asylpolitik nicht einverstanden waren."

Viele Bewohner sehen den Rücktritt Glarners auch als Chance, dass endlich Ruhe einkehrt. "Das Dorf hat sich geteilt, das finde ich nicht so schön," sagt eine Einwohnerin. "Es ist wichtig, dass die ganze Sache nicht zu sehr ausartet", sagt ein anderer Einwohner. "Er hat aber viele Dinge auch sehr gut gemacht."

Glarner wird sich bald mehr auf sein Amt im Nationalrat konzentrieren. Auch in Zukunft wird er als Asylchef der SVP mit der Flüchtlingspolitik zu tun haben.