Hirt

Er friert mit 400 Schafen: «Da kannst du nicht den Kranken raushängen»

«Das Wichtigste ist, dass es den Schafen gut geht»

«Das Wichtigste ist, dass es den Schafen gut geht»

Vier Monate lang ist Tony Felder aus Safenwil jeden Tag mit seinen Tieren draussen. Bei jedem Wetter.

Das Hirtenleben ist hart. Vor allem im Winter bei Minusgraden, Schneefall und Bise. Doch Tony Felder ist hart im Nehmen. Der Safenwiler ist einer der wenigen Schafhirten, die noch im Mittelland unterwegs sind. Aber auch er liegt nachts im warmen Bett.

Es schneit. Selbst die Schafe und die beiden Hunde sind schneebedeckt. Tony Felder zuckt nicht mit der Wimper. Während der Normalbürger zwischen möglichst warmen Orten möglichst schnell hin und her pendelt und dabei möglichst viele Kleider trägt, ist das winterliche Wetter für ihn offensichtlich nicht einmal Grund genug, sich einen Schal um den nackten Hals zu wickeln.

Aber hier geht es auch nicht um Tony Felder. «Das Wichtigste ist, dass es den Schafen gut geht», stellt er im Beitrag von «Tele M1» klar. Genug zu fressen müssten sie haben und gut auf den Beinen sein.

400 Tiere sind es, mit denen Tony Felder durchs Mittelland zieht. Vier Monate lang ist der Schafhirt aus Safenwil jeden Tag draussen. Bei jedem Wetter. «Da kannst du nicht den Kranken raushängen», sagt er trocken. Denn die Schafe interessiere es nicht, wie es dem Hirten geht.

Heim zu der Familie

Besuch bekommt Tony Felder regelmässig von seinem Onkel. Jakob Felder ist als Schäfer ein alter Hase und nimmt kein Blatt vor den Mund: «Früher war das noch anders, da musste man abends hirten bis um acht, halb neun. Heute machen sie um fünf Uhr Feierabend, weil sie zu faul sind», sagt er und lacht.

Faul scheint sein Neffe nicht zu sein. Aber er hat noch andere Verpflichtungen: Zuhause warten Frau und zwei Kinder. «Die sollten auch noch etwas von mir haben», sagt er. Und so zieht er nachts einen Zaun um seine Schützlinge und geht an die Wärme. (smo)

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