Sperrzone
Entgleisungen am Fussball-Platz: Müssen Eltern auch im Aargau Abstand halten?

Wegen Handgreiflichkeiten dürfen Eltern in der Zentralschweiz nicht mehr näher als drei Meter am Spielfeldrand stehen. So will es der Innerschweizer Fussballverband. Der Aargau ist schon einen Schritt weiter.

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Anno 2007: Damals durften Fussball-Eltern im Aargau noch am Spielfeldrand sitzen.

Anno 2007: Damals durften Fussball-Eltern im Aargau noch am Spielfeldrand sitzen.

Marcel Siegrist

Überengagierte Eltern von Fussballjunioren sollen in der Zentralschweiz neu drei Meter Abstand zum Fussballfeld halten. Mit der Kampagne «Eltern weg vom Spielfeldrand» will der Innerschweizer Fussballverband verbale und handgreifliche Entgleisungen von Eltern und Zuschauern unterbinden, wie «20 Minuten» berichtete. Im Aargau besteht dieser Sicherheitsabstand schon seit mehreren Jahren – im Gegensatz zur Innerschweiz ist diese Massnahme für die Clubs verbindlich.

«Wir kennen dieses Problem von – positiv gesagt – emotionalen Eltern», sagt Hannes Hurter, Geschäftsführer des Aargauischen Fussballverbandes. «Deshalb fordern wir seit mehreren Jahren von den Clubs, dass sie dafür sorgen, dass Eltern und Zuschauer drei Meter Abstand zum Spielfeldrand halten.»

Wie die Clubs dies umsetzen, hängt vom Aufbau der Sportanlage ab. In der Regel zeigen Linien am Boden an, wie nahe die Eltern an die Seitenlinie dürfen. Bei einigen Plätzen sind es Geländer oder Sicherheitsbänder. Der Verband kontrolliert regelmässig, ob die Clubs dies auch umsetzen.

«Bei rund 9000 Verbandsspielen jährlich können wir zwar nicht jedes einzelne Spiel kontrollieren», sagt Hurter. «Bei Problemfällen machen wir aber Stichproben.» Dies zeigte offenbar Wirkung: «Wir hatten im Aargau schon lange keine Vorfälle mehr mit ausfällig werdenden Eltern.» Die Zusammenarbeit mit den Clubs funktioniere sehr gut.

«Wir wollen die positive Unterstützung der Junioren fördern, nicht negative wie etwa Leistungsdruck», sagt Hurter. Dies gelte auch für die Coachs. «In unseren Kursen sensibilisieren wir die Trainer darauf, dass sie den Junioren an erster Stelle Spass am Fussball vermitteln.»