Mit der Anklage des 22-jährigen Schweizer, der am 12. September 2016 zwischen Niederwil und Nesselnbach ein 8-jähriges Mädchen tot gefahren hatte, werden Details bekannt.

Wie die Staatsanwaltschaft Muri-Bremgarten am Montag bekannt gibt, war der junge Mann mit mindestens 103 bis 115 km/h unterwegs – statt mit 80 km/h – , als er in einer Kurve von der Strasse abkam und in ein auf dem Veloweg fahrendes Mädchen fuhr. Dieses wurde bei der Kollision schwer verletzt und starb kurz darauf.

Ein zweites, gleichaltriges Mädchen, das sich zu Fuss auf dem Heimweg nach Nesselnbach befand, habe sich mit einem Sprung zur Seite knapp vor dem heranrasenden Auto retten können.

Die Spurenauswertung ergab, dass der Fahrer in einer Rechtskurve die Herrschaft verloren hatte, über die Gegenfahrbahn und die Grasnarbe am linken Strassenrand geriet, dann versuchte, mittels Lenkkorrektur und Bremsen sein Gefährt zu kontrollieren, dadurch über die ganze Strasse zurückschleuderte und auf dem parallel verlaufenden Radweg in das Mädchen fuhr. 

22-Jähriger war ortskundig

Der Beschuldigte sei ortskundig und habe aus eigener Erfahrung gewusst, dass zur Unfallzeit stets Schulkinder auf dem Nachhauseweg seien. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, bewusst gehandelt zu haben. Er habe in Kauf genommen, dass er durch seine Fahrweise die Beherrschung über sein Fahrzeug verlieren und einen Menschen tödlich verletzen könnte.

Die Staatsanwaltschaft hat deshalb Anklage erhoben wegen eventualvorsätzlicher Tötung und versuchter eventualvorsätzlicher Tötung. Ihre Strafanträge will die Staatsanwaltschaft an der Hauptverhandlung bekannt geben.

Gegenüber Tele M1 erklärt der 22-jährige Unfallfahrer damals: "Ich kann mir das nicht erklären. Ich habe die Kontrolle verloren...keine Ahnung...ich weiss nicht."

Der junge Unfallfahrer ist aufgewühlt. Warum der tödliche Unfall genau passiert ist, weiss er nicht.

Der junge Unfallfahrer ist aufgewühlt. Warum der tödliche Unfall genau passiert ist, weiss er nicht.

Nach dem Unfall war eine Diskussion entbrannt, wie die Strecke sicherer gemacht werden kann. Inzwischen hat die Gemeinde Niederwil eine Temporeduktion auf der Strasse zwischen Niederwil und Nesselnbach beschlossen. Dadurch soll die Strecke sicherer werden. Seit Juni gilt auf der Strecke eine Höchstgeschwindigkeit von 60 statt 80 Stundenkilometern. Messungen in diesem Frühling hatten gezeigt, dass viele Autofahrer zu schnell unterwegs waren.

Nach tödlichem Verkehrsunfall: So will die Gemeinde die Sicherheit erhöhen

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Sieben Monate ist es her, als die kleine Enja auf der Verbindungsstrasse zwischen Niederwil und Nesselnbach von einem Auto erfasst und getötet wurde. Nun will der Gemeinderat konkrete Massnahmen zur Verbesserung der Sicherheit umsetzen.