Aargau
Energieversorger AEW deutlich weniger Gewinn: Wasserkraft wenig rentabel

Der Aargauer Energieversorger AEW Energie AG hat im Geschäftsjahr 2012/2013 im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Gewinneinbruch erlitten. Der Gewinn sank um 16 Prozent. Wegen der Wasserkraft nahm das Unternehmen hohe Rückstellungen vor.

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Das Aargauische Elektrizitätswerk hat weniger Gewinn. Als Grund dafür kommt die schlechte Rentabilität der Wasserkraft in Frage.

Das Aargauische Elektrizitätswerk hat weniger Gewinn. Als Grund dafür kommt die schlechte Rentabilität der Wasserkraft in Frage.

AEW Energie

Das operative Ergebnis (Ebit) ging im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr um 16 Prozent auf 45,7 Mio. Franken zurück. Die AEW Energie ist ein eigenständiges Unternehmen des Staates Aargau.

Hohe Rückstellungen von insgesamt 39,2 Mio. Fr. trübten das Ergebnis. Allein auf die Neukonzessionierung des Wasserkraftwerkes Klingnau AG entfallen 34 Mio. Franken.

Das Unternehmen geht davon aus, dass die Marktpreise die Gestehungskosten des Stroms nicht decken können. Wasserkraft sei derzeit weniger rentabel, sagte Verwaltungsratspräsident Ernst Werthmüller vor den Medien.

Stromabkommen mit EU notwendig

Er forderte von der Politik mit Blick auf die Energiewende mehr Planungssicherheit. Auch ein Abschluss des Stromabkommens mit der EU wäre notwendig, sagte Werthmüller. Er gab sich zuversichtlich, dass ein Abschluss später möglich sei. Vorerst müsse das Unternehmen mit den vorhanden Steinen bauen und das Beste aus der Situation machen.

Der Absatz von Strom stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,3 Prozent auf 4'182 Mio. Kilowattstunden (kWh). Der Umsatz aus dem Stromgeschäft sank jedoch um 4,4 Prozent auf 455,8 Mio. Franken. Das Unternehmen bekam den stärkeren Wettbewerb zu spüren: 5,5 Prozent der Grosskunden bezogen den Strom auf dem freien Markt von einem Drittanbieter.

Mehr Strom produziert

Die Jahresproduktion stieg um 4,1 Prozent auf 115,4 Mio. kWh. Die Endkunden werden seit 2011 mit in der Schweiz produzierten Energie versorgt. Der Anteil der erneuerbarer Energien verdoppelte sich im Geschäftsjahr auf 55,5 Prozent. Die restlichen 44,7 Prozent stammen aus Schweizer Atomkraftwerken.

Bei den Privatkunden stiessen die zertifizierten Naturstromprodukte gemäss AEW Energie auf hohe Akzeptanz. Rund 11'500 oder 13 Prozent der insgesamt 86'000 Kunden bezogen Naturstrom.

Der Kanton und die Gemeinden erhalten insgesamt 49,2 Mio. Franken. Dieser Betrag setzt sich aus Dividenden, Steuern, Konzessionsentschädigungen, Wasserrechtsentschädigungen und Gebühren zusammen. Die Dividende des Kantons allein beträgt 21 Mio. Franken.