Spreitenbach
Energiestrategie 2050: Attiger nimmt den Bundesrat in Pflicht

Gebäudesanierungen waren ein Thema am Energie-Gipfel in der Umwelt-Arena in Spreitenbach. Energiedirektor Stephan Attiger möchte Sanierungen fördern, ohne dass der Kanton dadurch zusätzlich belastet wird.

Thomas Röthlin
Drucken
Teilen
400 Gäste lauschten am 10. Energie-Gipfel in Spreitenbach den Ausführungen von Regierungsrat Stephan Attiger.Annika Bütschi

400 Gäste lauschten am 10. Energie-Gipfel in Spreitenbach den Ausführungen von Regierungsrat Stephan Attiger.Annika Bütschi

Eigentlich ist der Name «EnergieGipfel» irreführend. Er ist kein Gipfeltreffen von Energieministern oder sonstigen Spitzenpolitikern, sondern ein Auftritt von Energiespezialisten vor Gewerbetreibenden, Gross- und Gemeinderäten. Das Gipfeli gibts immerhin zum Frühstück dieser frühmorgendlichen Veranstaltung.

400 Gäste kamen gestern in die Umwelt-Arena nach Spreitenbach zum 10. Energie-Gipfel – ein Erfolg für den Erfinder und Organisator Dieter Schäfer, Elektroingenieur und Energieexperte aus Lenzburg. Der Anlass wird vom Kanton Aargau mitgetragen, weshalb der neue Energiedirektor, Regierungsrat Stephan Attiger, erstmals am Gipfel sprach, und zwar über die Energiestrategie 2050.

«Kanton nicht zusätzlich belasten»

Attiger bezeichnete als eine der grossen Herausforderungen die Sanierung von alten Gebäuden. Auf sie fällt fast die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs, und die Sanierungsrate liegt bei nur 1 Prozent pro Jahr. Wenn die Energieeffizienz steigen soll, müssen Sanierungen gefördert werden. Attiger nimmt den Bund in die Pflicht, dem Fördergelder aus der CO2-Abgabe zur Verfügung stehen, während der Aargau mit seinem Gebäudeprogramm auf das Steuersubstrat zurückgreifen muss. «Die Kantone dürfen nicht zusätzlich belastet werden», betonte Attiger.

Der Architekt und Präsident des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) Stefan Cadosch nahm den Ball auf. «Die Energiedirektoren der Kantone müssen rasch eine einheitliche Stossrichtung zur Modernisierung des Gebäudebestandes definieren», forderte er. Dem mangelnden Wissen privater Hauseigentümer müsse mit professioneller Energieberatung begegnet werden.

Einen Baustein zur Energieeffizienz im Bad lieferte die preisgekrönte Unternehmerin Silvana Ripa. Sie hat eine Duschwanne entwickeln lassen, bei der das Abwasser über einen Wärmetauscher das kalte Frischwasser aufheizt. Das Sparpotenzial an Boilerwasser: 1000 Kilowattstunden pro Jahr in einem Vierpersonenhaushalt.

Hätten alle Gipfel-Teilnehmer an diesem Morgen mit «DJulia» geduscht, könnte die eingesparte Energie mindestens ein Quartal lang sämtliche Haushaltsgeräte eines Einfamilienhauses versorgen.

Aktuelle Nachrichten