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Energiedirektor Stephan Attiger verteidigt Axpo-Deals in den USA

Stephan Attiger: «Die Axpo hat ein konservativ bemessenes Risikolimit und geht somit nicht unkontrolliert hohe Risiken ein.»

Stephan Attiger: «Die Axpo hat ein konservativ bemessenes Risikolimit und geht somit nicht unkontrolliert hohe Risiken ein.»

Die Axpo will ihren Geschäftsbereich ausweiten und Stromdeals in den USA eingehen. Der Aargauer Energiedirektor Stephan Attiger, der auch Axpo-Verwaltungsrat ist, findet das konsequent im Sinne der Fortführung der Strategie.

Der Aargau ist ein sehr gewichtiger Axpo-Teilhaber, der Aargauer Energiedirektor Stephan Attiger ist deshalb von Amtes wegen Axpo-Verwaltungsrat. Die az fragte bei ihm nach.

Was verspricht sich die Axpo von der Ausweitung des Geschäftsfelds in die USA?

Stephan Attiger: Der Eintritt in den US-Markt mag exotisch klingen, ist aber eigentlich nur die konsequente Fortführung der Strategie, welche die Axpo seit Jahren verfolgt. In den USA sieht sie gute Chancen, ihr in Europa in über 20 Ländern mit Erfolg angewandtes Geschäftsmodell auf zwei einzelne Märkte – Texas und den Nordosten der USA – zu übertragen. Damit verfolgt sie konsequent ihre strategische Ausrichtung, aus dem Kerngeschäft heraus neue Ertragsquellen zu erschliessen und insbesondere im Bereich des Handels und Vertriebs von Strom bewährte Geschäftsmodelle in neue Märkte zu übertragen.

Warum neue Märkte?

Das geschieht auch vor dem Hintergrund, dass das Energiegeschäft heute ein globales Geschäft ist und sich nur im globalen Energiemarkt Geld verdienen lässt. Dagegen ist das klassische Produktions- und Versorgungsgeschäft in der Schweiz nicht mehr rentabel.

Den Markt in Europa kann die Axpo gut einschätzen, aber den in den USA auch?

Axpo wird in den USA – wie in Europa – auf das Origination-Geschäft setzen, d.h. auf Energiedienstleistungen für Energieverbraucher, Kraftwerke und Energieversorgungsunternehmen. Das internationale Origination-Geschäft von Axpo ist per 30. September 2014 im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 Prozent gewachsen. Axpo verfügt aus dem Europa-Geschäft über Erfahrung im Aufbau neuer Märkte. Sie wird auch in den USA geeignete Nischen identifizieren und besetzen.

Aber ist das nicht hochriskant? Bluten die Besitzerkantone für US-Forderungen, wenn etwas schiefläuft?

Was die Risiken angeht, sieht Axpo keinen Anlass zur Sorge. Das in den USA eingesetzte Risikokapital ist eingegrenzt, es besteht eine klare Trennung zwischen dem USA-Geschäft und dem Europa-Geschäft. Die finanziellen Risiken sind gering. Der Konzern wird keine kapitalintensiven Investitionen in Kraftwerke oder Ähnliches tätigen. Strom und Erdgas werden aus Verträgen mit Kraftwerken oder auf dem Grosshandelsmarkt beschafft.

Die Axpo wäre nicht der erste Schweizer Konzern, der in den USA viel Geld verliert.

Die Axpo hat ein konservativ bemessenes Risikolimit und geht somit nicht unkontrolliert hohe Risiken ein. Mit einem konzernweiten Risk Management überwacht Axpo ihre Risikoposition periodisch und rapportiert diese an den Verwaltungsrat.

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