Kredit
Energie-Fördergeld: Der Aargau geht mit Bundeskredit sparsam um

8,4 Millionen Franken beantragt die Regierung beim Parlament für die Energieförderung für die Jahre 2014 und 2015. Letztes Jahr blieben 3 Millionen Franken im Fördertopf liegen.

Hans Lüthi
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Eine Heizung mit Holzschnitzeln nutzt den Rohstoff aus dem Wald und verbessert die Ökobilanz. WAL

Eine Heizung mit Holzschnitzeln nutzt den Rohstoff aus dem Wald und verbessert die Ökobilanz. WAL

Das Gleichgewicht der Mittel ist in der Energieförderung nicht leicht zu finden. Im Jahr 2009 machte der Bund 100 Millionen Franken für die Kantone locker. Der Aargau nutzte die Chance, verdoppelte seine Energieförderung und gab am Schluss rund 30 Millionen Franken aus.

Das Gegenteil traf im letzten Jahr ein, als rund drei Millionen Franken von Bund und Kanton nicht ausgeschöpft werden konnten.

«Für das laufende Jahr schätze ich die Zusagen auf zirka 6 Millionen Franken», sagt Werner Leuthard, Leiter der Abteilung Energie im Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Nettokredit für 2014 und 2015

Geld zur Förderung der Energie braucht es auch in Zukunft. Für die beiden Jahre 2014 und 2015 schickt die Regierung das neue Programm in die Anhörung.

«Wenn es so weitergeht wie jetzt, benötigen wir diese Summe», ergänzt Leuthard. Die an strenge Kriterien geknüpften Zusagen müssen in diesem Zeitraum erfolgen. Natürlich kann die Abrechnung später eingereicht werden – wenn die Bauten realisiert sind.

Aus den netto 8,4 Millionen Franken des Aargaus werden dank Beiträgen des Bundes 14,4 Millionen Franken für die Rechnungsjahre 2014 und 2015.

Das sind Grössenordnungen, präzise Zahlen gibt es nicht. «Je höher der Wirkungsgrad, desto mehr Geld erhalten wir vom Bund», erklärt Werner Leuthard zu den komplizierten Berechnungen.

Minergie, Holz und Solaranlagen

Was will der Kanton mit diesen Millionen fördern? Die Photovoltaik gehört nicht dazu, weil der Bund die solare Stromerzeugung via die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) abdeckt.

«Es geht um Modernisierungen nach Minergie-Standard, um Holzheizungen, Solaranlagen für Warmwasser und Wärmepumpen», präzisiert Leuthard. Der Bereich Minergie benötige relativ viel Geld, Wärmepumpen unterstütze der Kanton nur im Sanierungsfall.

Beiträge gibt es jedoch für den Anschub der Geothermie. Erstmals werden auch Projekte von Dritten unterstützt. «Das kann der Fall sein, wenn ein Partner grossflächig die Einstellung der Heizungen optimiert», nennt Leuthard ein plausibles Beispiel.

Die CO2-Bilanz verbessern

Das Ziel ist klar: Zusammen mit dem Bund will der Kanton die CO2-Bilanz verbessern und die Abhängigkeit von fossiler Energie verringern.

Unter den Kantonen gibt es ein harmonisiertes Modell, «was und wie etwas gefördert werden soll. Auch wir halten uns daran», bestätigt Leuthard. Zudem bestehe eine Erfolgskontrolle durch den Bund.

Dieser mache eine Wirkungsanalyse und könne den Kantonen belegen, was der Einsatz des Geldes für Einsparungen an Energie zur Folge habe.

Der Aargau im hinteren Feld

Auch im interkantonalen Vergleich setzen die Aargauer das Fördergeld sparsam ein. «Wir sind im hinteren Feld», stellt der Leiter der Fachstelle Energie nüchtern fest.

In den vorderen Rängen seien oftmals kleinere Kantone, Basel-Stadt habe eine Stromabgabe und könne grosse Summen einsetzen. Auch der Kanton Bern habe ein starkes Förderprogramm. Die Anhörung beginnt heute und dauert bis zum 4. Oktober.