Kopftuchverbot
Emotionale Reaktionen: «Die nächste Diskriminierung nach Minarettverbot»

Die CVP-Motion für ein Kopftuchverbot in Schulen sorgt in beiden Lager für Diskussionen. Laut dem Verband Aargauer Muslime sei ein Verbot bei der Integration nicht förderlich, er zeigt sich jedoch gesprächsbereit.

Marc Fischer
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Geht es nach der CVP, soll das Kopftuch an Aargauer Schulen verboten werden. keystone

Geht es nach der CVP, soll das Kopftuch an Aargauer Schulen verboten werden. keystone

Die CVP-Motion zur Einführung eines Kopftuchverbotes an Aargauer Schulen sorgt für Emotionen. Nach der ersten Reaktion durch Pressesprecher Hamit Duran, meldete sich der Verband Aargauer Muslime mit einer ausführlicheren Stellungnahme zu Wort: „Wir betrachten diesen Vorstoss als unvereinbar mit der in der Bundesverfassung verankerten Religionsfreiheit. Nach dem Minarettverbot sollen die Musliminnen und Muslime erneut mit einem Sonderverbot belegt und dadurch noch weiter diskriminiert werden", heisst es darin.

Ein Verbot sei der Integration nicht förderlich, schreibt der Verband Aargauer Muslime weiter. «Eher befürchten wir, dass dadurch Abschottungstendenzen
begünstigt werden könnten.»

Diese Befürchtung teilen die AZ-Leser offenkundig nicht. Über 1200 nahmen bereits an der Online-Umfrage teil - und befürworteten dabei ein Kopftuchverbot mit der überdeutlichen Mehrheit von 82 Prozent.

In den Online-Kommentare werden allerdings auch andere Stimmen laut. Eine Leserin findet es beispielsweise «ausgesprochen befremdlich wie hier auf einem Stücklein Stoff herumgehackt wird, das vornehmlich nur von Frauen getragen wird. Mit einem generellen Verbot desselben werden unsere Kinder bereits sehr früh darauf vorbereitet, intolerant und verschlossen zu sein.»

Andere geben zu bedenken, dass das Kopftuch an Schulen kaum Probleme mit sich bringe. Der Verband Aargauer Muslime zeigt sich gleichwohl gesprächsbereit, sollten an Schulen Probleme auftauchen. «Falls die Bekleidung von Musliminnen und Muslimen zu irgendwelchen Problemen in der Schule führen sollten, sind wir nach wie vor gerne bereit, bei deren Lösung behilflich zu sein.»

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