Sparpaket
Eltern wehren sich mit einem Marsch gegen die Sparpläne des Kantons

Rund 30 Personen sind heute Morgen vom Bahnhof Aarau zum Grossratsgebäude marschiert. Dort übergaben sie eine Petition mit knapp 4000 Unterschriften. Die Eltern sind überzeugt: «Es wird am falschen Ort gespart.»

Aline Wüst
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Rund 30 Mütter, Väter, Lehrer und Schulpfleger demonstrierten gegen die Einsparungen im Bildungsbereich

Rund 30 Mütter, Väter, Lehrer und Schulpfleger demonstrierten gegen die Einsparungen im Bildungsbereich

Organisiert hat den Elternmarsch Reto Krättli aus Auenstein. Die Eltern fordern, dass die Regierung die geplanten Einsparungen nochmals überdenke. «Es macht keinen Sinn, wenn einfach querbeet gespart wird», sagt Krättli.

Vielmehr müsse ganz genau überlegt werden, wo Einsparungen möchlich seien. Und er mahnte, dass die Auswirkungen des Sparens in der Bildung erst in fünf oder zehn Jahren sichtbar würden. Die Petition mit knapp 4000 Unterschriften übergab Reto Krätli dem Staatsschreiber Peter Grünenfelder vor dem Grossratsgebäude.

Schüler wehren sich mit Film

Die Eltern trugen marschierten mit zwei Transparente vom Bahnhof Aarau zum Grosratsgebäude. «Investionen in die Bildung bringt die höchsten Zinsen», war auf einem zu lesen. Barbara Oplatkal von der Elternvertretung Windisch war auch dabei.

Sie sagt, dass sie ziemlich erschrocken sei, als ihr das Ausmass der geplanten Einsparungen im Bildungsbereicht bewusst geworden seien. Unter dem Arm trug Oplatka deshalb eine Schachtel mit 1329 Unterschriften gegen die Sparpläne. Zusammengetragen in Windisch und Umgebung.

Gesammelt wurden die Unterschriften auch auf Initative der Schüler, wie Oplatka sagt. Denn die Windischer Oberstufenschüler ergriffen selber die Iniative gegen die Sparpläne und drehten einen Film gegen die geplante Streichung der Wahlfächer an der Oberstufe.

Oplatka ist stolz: «Diese Oberstufenschüler setzen sich für etwas ein, was sie gar nicht mehr selber betrifft.»

Lieber auf Kreisel verzichten

Auch Margrit Bader von der Kreisschulpflege Schenkenbergertal war an der Demonstration dabei. Sie kritisiert die Einsparungen als reine Schreibtischtat. Dass die Lehrer nicht miteinbezogen wurde bei den Sparplänen, zeuge von fehlender Wertschätzungen gegenüber Lehrpersonen, Eltern und Kinder, sagt sie.

Sie sagt: Besser auf ein oder zwei Kreisel verzichten, als «bei den Schwächsten der Gesellschaft»zu sparen.

Sparpotential sieht Christa Jäggi, Schulleiterin der Oberstufe Windisch, aber auch in den eigenen Reihen. Zum Beispiel bei den Weiterbildungen der Lehrer. «Statt irgendwelche Bildungs-Gurus für interne Weiterbildungen zu engagieren, sollten die Lehrer wieder lernern mehr Ressourcen innerhalb des Lehrerkollegium zu aktivieren.»

Einsaprungen vor allem in der Bildung

Das Sparpaket des Kantons umfasst insgesamt 197 Massnahmen. Pro Jahr soll damit der Aufwand um bis zu 120 Millionen Franken reduziert werden. Der grösste Posten soll bei der Bildung eingespart werden.

So sollen auf der Primarstufe die zwei Jahre dauernden Einschulungsklassen gestrichen werden. Allein mit dieser Massnahme könnten ab 2018 rund 8 Millionen Franken pro Jahr gespart werden. Auch die Mindestgrösse der Primarschulklasse soll erhöht werden.

Bei der Oberstufe will die Regierung unter anderem das Werkjahr und das Berufswahljahr kippen. So könnten weitere 2 Millionen Franken pro Jahr eingespart werden.