Martin Sacher

Eklat bei der Aargauischen Pensionskasse: Präsident per sofort weg – das sagt der Vizepräsident

Martin Sacher tritt als Präsident und Mitglied des Vorstands der APK zurück. (Archivbild)

Martin Sacher tritt als Präsident und Mitglied des Vorstands der APK zurück. (Archivbild)

Der Präsident der Aargauischen Pensionskasse APK Martin Sacher tritt zurück. Er fühle sich nicht mehr vom Vorstand getragen, teilt die APK mit. «Innerhalb des Vorstandes gab es unterschiedliche Auffassungen zu Fragen im Entscheidungsfindungsprozess», sagt Vizepräsident Jan Schneider.

Martin Sacher tritt per sofort als Präsident und Mitglied des Vorstands der Aargauischen Pensionskasse APK zurück. Dies teilt die APK am Mittwoch mit und hält zugleich fest, der Vorstand nehme den Rücktritt mit grossem Bedauern zur Kenntnis. Sacher habe sich in seiner Arbeit nicht mehr vom Vorstand getragen gefühlt und sich deshalb entschlossen, das Mandat niederzulegen, heisst es zur Begründung des plötzlichen Abgangs.

Vorstand und Geschäftsleitung der APK bedanken sich für das langjährige Engagement, wie es weiter heisst. Martin Sacher habe sich stets umsichtig für die Interessen der Versicherten und eine gesunde Entwicklung der APK eingesetzt. Der Vorstand der Pensionskasse wird bis auf Weiteres interimistisch vom Vizepräsidenten Jan Schneider geleitet.

"Keine Differenzen bei strategischen Themen"

Schneider sagt auf Nachfrage der AZ, der langjährige Präsident Martin Sacher habe schon im Herbst 2019 seinen Rücktritt für Mai 2021 angekündigt – "nun vollzieht er diesen Schritt früher". Sacher wurde 1997 in den Vorstand der damaligen Beamten-Pensionskasse gewählt und war seit September 2001 Präsident der APK. Grund für seinen Abgang sind laut Vizepräsident Schneider unterschiedliche Auffassungen innerhalb des Vorstands. "Dabei ging es um Fragen im Entscheidungsfindungsprozess, es gab jedoch keine Differenzen bei strategischen Themen wie zum Beispiel der Digitalisierung oder der Anlagestrategie", führt Schneider aus.

Mit dem Rücktritt von Martin Sacher kommt es bei der Pensionskasse im gleichen Jahr zu zwei Personalwechseln in Führungspositionen. Schon früher hatte die APK mitgeteilt, dass die langjährige Geschäftsführerin Susanne Jäger ihr Amt im August abgibt. Anstelle von Jäger, die im Sommer ihr 20-jähriges Dienstjubiläum feiert, übernimmt Jan Sohnrey am 1. Juli offiziell den Posten als Geschäftsführer.

Trotz seines Rücktritts liege dem bisherigen Vorstandspräsidenten Martin Sacher das Wohl der APK sehr am Herzen, hält Jan Schneider fest, der nun als Interimspräsident fungiert. "Er steht mir bei meiner Aufgabe bei Bedarf weiterhin zur Verfügung und unterstützt in der Übergangsphase", hält Schneider fest. Er bedanke sich auch persönlich bei Sacher für dessen grosses Engagement zu Gunsten der APK und wünsche ihm weiterhin alles Gute.

Pensionskasse reduzierte Aktienanteil vor der Coronakrise

Die Aargauische Pensionkasse, der rund 12'000 Rentner und 32'000 aktive Arbeitnehmende angeschlossen sind, ist aufgrund der Börsenturbulenzen der letzten Tage und Wochen auch von der Coronakrise betroffen. «Im aktuellen Umfeld kommt der APK allerdings die im Branchenvergleich insgesamt defensivere Anlagestrategie zu Gute", sagt Vizepräsident Jan Schneider.

Zudem habe der Anlageausschuss bereits Ende Februar entschieden, den Aktienanteil im Portfolio mit Blick auf die zunehmenden Risiken wegen der Coronapandemie taktisch etwas zu reduzieren. "Damit haben wir drohende Verluste im Rahmen unserer Möglichkeiten vermindert», sagt Schneider.

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