Unser kantonales Fischereigesetz stammt aus dem Jahr 1862. So war dessen von der Regierung vorgeschlagene Revision und Eintreten auf die Vorlage im Grossen Rat heute Morgen unbestritten. Das Einführungsgesetz zum Bundesgesetz über die Fischerei wurde mit 124:0 gutgeheissen.

Darum geht es: Das Bundesgesetz regelt den Schutz von Fischen, Krebsen, und Fischnährtieren sowie ihrer Lebensräume weitgehend. Hingegen wird die Aufgabe, eine nachhaltige Bewirtschaftung und Nutzung der Fisch- und Krebsbestände zu gewährleisten, im Wesentlichen an die Kantone delegiert.

Gesetz ermöglicht moderne Fischerei

Das neue Gesetz ermöglicht eine moderne und sachgerechte Fischerei. Im Gesetz wird das System mit Verpachtung der Gewässer an Vereine und einzelne Privatpersonen und parallel dazu einem Freianglerrecht an den Flüssen und am Hallwilersee grundsätzlich beibehalten.

Anträge von Astrid Andermatt abgelehnt

Der Rat lehnte mehrere Änderungsanträge von Astrid Andermatt (SP, Lengnau) ab. Sie hatte beispielsweise verlangt, dass nur Kinder und Jugendliche einer fischereiberechtigten Person bis zum festgesetzten Mindestalter keine Fischereikarte benötigen, wenn sie unter Aufsicht dieser Person sind. Das lehnte der Rat mit 86 : 33 ab. Andermatt hatte grundsätzlich argumentiert, dass sich die Fischerei dem Naturschutz unterordnen müsse. Baudirektor Peter C. Beyeler betonte dazu, es gehe nicht einfach um ein Fischerei-, sondern sehr wohl auch um ein Naturschutzgesetz. Das gehe aus dessen Inhalt, der der Nachhaltigkeit das Wort redet, klar hervor.

Angenommen wurden dafür ein Prüfungsantrag für die zweite Lesung und eine von Bernhard Scholl (FDP/Möhlin) beantragte Präzisierung, wonach eine fischereirechtliche Bewilligung erteilt wird, wenn die Wassermenge, die zur Erhaltung der Fische und Krebse dient, gesichert ist.

Die Revision führt zu keinen Verschiebungen von Aufgaben und Lasten zwischen Kanton und Gemeinden. Die Pachtzinseinnahmen aus den Staatsfischenzen belaufen sich in der Pachtperiode 2010 - 2017 auf circa 240 000 Franken pro Jahr. Die Ausgaben für Artenschutz (kleinere fischereibiologische Projekte, Monitoring etc.) beliefen sich in den letzten Jahren auf rund 200 000 Franken pro Jahr.

Wieder erste Lachse im Rhein

Dass es den Gewässern heute besser geht als auch schon, wurde im Rat unter Hinweis auf erste im Rhein gesichtete Lachse allgemein anerkannt. Noch vor 100 Jahren waren Lachse im Rhein Alltag.