Hochwasserschutz
Einstimmiges Ja zu Hochwasserschutz-Massnahmen für die Bünz

Der Grosse Rat hat zwei Vorlagen zur Verbesserung der Hochwassersicherheit an der Bünz einstimmig gutgeheissen. Es geht um einen Teilausbau in Wohlen, Dottikon und Möriken-Wildegg sowie um ein Rückhaltebecken Wohlen mit einem Volumen von 600 000 m3.

Mathias Küng
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Bünz

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AZ

Das Schadenpotenzial bei einem hundertjährigen Hochwasser an der Bünz beträgt 30 Millionen Franken. Dem will der Kanton entgegenwirken. Man habe sogar schon höhere Hochwasser erlebt, sagte Baudirektor Peter Beyeler in der Debatte. Deswegen gebe es mit den vorliegenden Massnahmen auch nur einen relativen Schutz. Man schaffe sich damit aber eine sehr gute Ausgangslage. In der Debatte mahnte Roland Agustoni (GLP/Rheinfelden), Hochwasser blieben möglich, man reduziere mit den Massnahmen das Risiko, es brauche aber weitere Massnahmen. So müsse man etwa der weiteren Verdichtung der Böden Einhalt gebieten.

8,26 Millionen für Teilausbau Bünz

Die Gesamtinvestitionskosten für den Teilausbau der Bünz in Wohlen, Dottikon und Möriken-Wildegg betragen laut Kommissionspräsident Martin Keller (SVP/Obersiggenthal) 8,26 Millionen Franken. Diese teilen sich auf in 3,22 Millionen Franken Bundessubventionen, Gemeindebeiträge von 3,02 Millionen Franken und Nettokosten für den Kanton von 2 Millionen Franken. Der Kleinkredit dafür wurde mit 111 : 0 genehmigt.

Beim Teilausbau Bünz in Wohlen sind laut regierungsrätlicher Botschaft Ufererhöhungen und Massnahmen an Brücken erforderlich. Insbesondere ist die Brücke Zentralstrasse neu zu erstellen. Beim Teilausbau Bünz Dottikon besteht die wesentliche Massnahme im Neubau der Hofmattbrücke mit Anpassung der Sportstrasse. In Möriken-Wildegg ist die Paradiesbrücke neu zu erstellen und die dort die Bünz querende Abwasserleitung zu verlegen

16,35 Millionen für Rückhaltebecken

Beim Rückhaltebecken Wohlen nehme man bestmöglich Rücksicht auf Natur und Landschaft, sagte Kommissionspräsident Keller. Es bringt Gesamtkosten von 16,35 Millionen Franken. Davon gehen Bundessubventionen von 6,38 Millionen Franken weg. Der Restbetrag von 9,97 Millionen Franken wird zwischen dem Kanton einerseits und den von einem Hochwasserereignis betroffenen Gemeinden Wohlen, Dottikon, Hendschiken, Othmarsingen und Möriken-Wildegg anderseits zu je 50 Prozent geteilt. Auch hier hiess der Grosse Rat den Kostenanteil des Kantons einstimmig gut, mit 121 : 0.

Das Hochwasserrückhaltebecken Wohlen liegt laut regierungsrätlicher Botschaft zwischen den Siedlungsgebieten von Waltenschwil und Wohlen. Der etwas über 900 Meter lange, im Mittel ca. 2 Meter hohe Erddamm ermöglicht den Rückhalt von maximal 600'000 m3 Wasser. Das Becken ist mit einer konstanten Drosselabgabe konzipiert und vollautomatisch gesteuert.

Im Beckenbereich wird die Bünz auf einer Länge von etwa 800 Metern revitalisiert. Die Flussufer werden durch Bepflanzung gesichert. Weitere ökologische Ausgleichsmassnahmen sind im Bereich des alten und neuen Büelisacherkanals sowie durch die Abtiefung und Gestaltung einer Riedwiese zwischen Damm und neuem Büelisacherkanal vorgesehen.