Einsatzleiter Sanität: Regierung muss nochmals über die Bücher

Wer leitet im Grossereignisfall den Sanitätsbereich? (Bild von einer Übung).

Wer leitet im Grossereignisfall den Sanitätsbereich? (Bild von einer Übung).

Für Polizei und Feuerwehr kennt der Aargau Einsatzleiter, aber noch nicht im Bereich Sanität. Mit einer Vorlage wollte die Regierung diese Lücke schliessen. Der Grosse Rat wies die Vorlage aber zurück.

Im Aargau existiert kein speziell ausgebildeter «Einsatzleiter Sanität», der in einem grossen Ereignisfall die Aufgabe der Führung übernehmen könnt; beispielsweise bei einem Ereignis wie dem schlimmen Carunfall im Wallis. Diese Erkenntnis ergab sich aus einer Gefährdungsanalyse des Kantons. Diesen Mangel will die Regierung mit der Rekrutierung von mindestens 12 «Kantonalen Einsatzleitenden Sanität» beheben. Holen will sie diese Leute aus den bestehenden Rettungsdiensten. Diese Leute wären dann künftig neben ihrer Anstellung in einem aargauischen Rettungsdienst auch Pikettdienst leisten und wären im Ereignisfall alarmierbar. Zur Realuisierung dieses Vorhaben beantragte die Regierung dem Grossen Rat einmalig 315 000 Franken sowie jährlich wiederkehrend 100 000 Franken.

Aus dem Rat kam indes ein Rückweisungsantrag und der Ruf nach einem Gesamtkonzept. Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli bat den Rat eindringlich, auf eine Rückweisung zu verzichten. Das führe zu nichts. Sollte der Rat finanzielle Bedenken haben, möge er die Vorlage halt lieber bachab schicken. Sie wurde nicht erhört. Der Rat trat auf die Vorlage ein, um sie dann prompt mit 75 : 47 Stimmen an die Regierung zurückzuweisen. (MKU)

Meistgesehen

Artboard 1