Digitale Zukunft

Eine TV-Ära endet im Aargau: Cablecom schaltet letzte analoge Sender ab

Das digitale Fernsehen verdrängt das analoge Fernsehen endgültig. (Symbolbild)

Das digitale Fernsehen verdrängt das analoge Fernsehen endgültig. (Symbolbild)

Die Cablecom sendet im Aargau ab Mitte Mai nur noch digital. Alte Fernsehgeräte müssen trotzdem nicht unbedingt entsorgt werden.

Angezählt ist das analoge Fernsehen schon seit geraumer Zeit. Den wohl endgültigen Gnadenstoss versetzte das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) der Technologie dann im Sommer 2013: Es hob die sogenannte Verbreitungspflicht im analogen Bereich auf. Zuerst für ausländische Programme wie ARD oder Arte, später auch für die inländischen wie die SRF-Sender oder Tele M1.

Cablecom schaltet Analog-TV ab: So können Sie verhindern, dass Sie ab dem 19. Mai kein Fernsehen mehr empfangen.

Cablecom schaltet Analog-TV ab: So können Sie verhindern, dass Sie ab dem 19. Mai kein Fernsehen mehr empfangen.

Es könne davon ausgegangen werden, «dass per Ende März 2013 in knapp 85 Prozent der Haushalte die TV-Programme auf mindestens einem Empfangsgerät in digitaler Form genutzt werden», begründete das Bakom den Entscheid. Die Kabelnetzbetreiber können seither also selber entscheiden, welche Programme sie über ihre analogen Netze verbreiten.

UPC Cablecom hat prompt reagiert und parallel zum Ausbau des digitalen Angebots die Zahl der Analogsender sukzessive von 33 auf heute 17 reduziert. Und in gut eineinhalb Monaten ist definitiv Sendeschluss: «Die Regionen Aarau, Olten und Mittelland werden 100 Prozent digital», teilt das Unternehmen mit. Am 12. Mai verschwinden 12 der verbliebenen 17 Analogsender und am 19. Mai die letzten fünf — SRF 1, SRF 2, SRF Info, Tele M1 und Joiz.

«Veraltet und überholt»

Wie viele Leute im Kanton Aargau von der Abschaltung betroffen sind, kann Cablecom-Mediensprecher Bernard Strapp nicht sagen. «Wir können technisch nicht herausfinden, wer analog und wer digital schaut.»

Das Wort «betroffen» hält er in diesem Zusammenhang aber sowieso für verfehlt. Die analoge Technologie sei veraltet und überholt, biete ein deutlich schlechteres Fernseherlebnis und sei deshalb nicht mehr zeitgemäss — «so gesehen sind die Zuschauer höchstens im positiven Sinn betroffen».

Trotzdem: Wer einen Flachbildschirm ohne DVB-C-Tuner oder einen noch älteren Röhrenfernseher besitzt und auf bessere Bild- und Tonqualität pfeift, kann dank einem sogenannten Umwandler in der analogen Fernsehwelt bleiben. Das Gerät wandelt die digital gesendeten Signale in analoge um und kann bei UPC Cablecom kostenlos auf Leihbasis bezogen werden.

Erste, laut Strapp positive Erfahrungen mit der Analogabschaltung hat UPC Cablecom im vergangenen November in der Zentralschweiz gemacht. «Wir waren gespannt auf die Reaktionen», sagt er. «Das Callcenter war bereit, aber es gab keine einzige negative Rückmeldung.» Fazit: «Die allermeisten Kunden sind zweifellos schon im digitalen Zeitalter angekommen.» (per)

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