SP-Regierungsratsnomination

Eine Stimme fehlte: Dieter Egli knapp am absoluten Mehr vorbei geschrammt

Marco Hardmeier, Franziska Grad, Dieter Egli.

Marco Hardmeier, Franziska Grad, Dieter Egli.

Der erste Wahlgang für die Regierungsratskandidatur der SP hat noch nichts entschieden. Trotz knappem Resultat ist das Rennen für den zweiten Wahlgang vom 15. Mai offen. Bis am Montagmorgen entscheiden sich Dieter Egli, Marco Hardmeier und Franziska Graf, ob sie noch einmal antreten.

Dieter Egli fehlte im ersten Wahlgang nur gerade eine Stimme für die Regierungsratskandidatur der SP. 224 Delegierte nahmen an der brieflichen Ausmarchung am Samstag teil. Das absolute Mehr betrug  damit 113 Stimmen, Egli erreichte 112. Die zweitplatzierte Franziska Graf konnte 76 Delegierte überzeugen; etwas abgeschlagen, mit 35 Stimmen, erreichte Marco Hardmeier Platz drei.

Eine Stimme ging an jemand anderen als die drei offiziellen Kandidaten. War es jene, die schliesslich Egli fehlte? Spekulieren kann man darüber, so oder so aber kommt es zum zweiten Wahlgang am 15. Mai, wiederum brieflich. Bis am Montagmorgen lässt die SP Aargau ihren Kandidierenden Zeit um zu entscheiden, ob sie noch einmal antreten.

In den knapp zwei Wochen bis zum zweiten Wahlgang kann einiges passieren. Normalerweise wird dieser – und auch ein allfälliger dritter Wahlgang – unmittelbar nach dem ersten durchgeführt. Jetzt aber haben die Delegierten noch einmal die Möglichkeit, ihre Meinung zu ändern, zu festigen oder zu bilden. Noch einmal wird ein Hearing per Video-Konferenz durchgeführt und ein Diskussionsforum stattfinden.

Das Rennen ist offen, obwohl Egli so knapp an der Nominierung vorbei geschrammt ist. Dies einerseits, weil 40 der wahlberechtigten Delegierten im ersten Wahlgang keine Stimme abgegeben haben, es aber im zweiten Wahlgang trotzdem tun könnten. Warum sie am Samstag bei der Abstimmung nicht mitmachten, sowie ob und wie sie am 15. Mai wählen werden, ist unbekannt. Ebenfalls noch unklar ist, wer in zwei Wochen überhaupt noch einmal antritt und damit, ob sich die Anhängerschaft eines Kandidaten allenfalls neu orientieren wird.

Für Parteipräsidentin Gabriela Suter war dieser Auftakt zur ungewöhnlichen Kandidierenden-Nominierung angesichts der Wahlbeteiligung von 84,8 Prozent, „aus basisdemokratischer Sicht ein grosser Erfolg“, wie sie sagt. „An einem Parteitag nehmen in der Regel weniger Delegierte teil, als jetzt ihre Stimme brieflich abgegeben haben. Auch die Kandidierenden-Hearings waren mit 70 bis über 80 Personen gut besucht, die Leute haben sich also mit der Nominierung auseinander gesetzt und sich am Meinungsbildungsprozess beteiligt.“

Das Resultat aus dem ersten Wahlgang zeige, dass die Delegierten offensichtlich unterschiedliche Kriterien unterschiedlich stark gewichtet haben und „dass wir drei Kandidierende mit guten Leistungsausweisen und grosser politischer Erfahrung vorschlagen konnten.“ Die Nationalrätin wagt aber keine Prognose zum Stimmverhalten der Delegierten am 15. Mai. 

Die SP Aargau hatte für den 25. April den Nominationsparteitag angesetzt und sich trotz der Coronakrise entschieden, die Nominierung durchzuführen. Um die Empfehlungen zum Schutz vor dem Coronavirus einzuhalten, findet der ganze Prozess über die Post oder online statt. Die Auszählung der Stimmen erfolgte unter notarieller Aufsicht.

SP-Regierungsrat Urs Hofmann ist der einzige, der bei den Gesamterneuerungswahlen nicht wieder antritt. Ausser den Regierungsparteien haben bisher nur die Grünen eine Kandidatur angemeldet. Sie steigen mit der Zofinger Stadträtin Christiane Guyer ins Rennen. EVP, BDP und GLP kandidieren nicht.

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