Interview

«Eine Stärke des Mittellandes ist seine Vielseitigkeit»: Sarah Koch über Solothurn und warum die Aare so wichtig ist

Die Aare. (Symbolbild)

Die Aare. (Symbolbild)

Sarah Koch ist seit fünfeinhalb Jahren Leiterin der Wirtschaftsförderung im Kanton Solothurn. Wir haben sie auf ein Interview an der Aare getroffen und wollten wissen, wie wichtig der Tourismus für die Region ist.

Frau Koch, warum haben Sie sich die Aare als Treffpunkt für das Interview ausgesucht?

Sarah Koch: Die Aare ist mein persönliches Naherholungsgebiet. Ich gehe das ganze Jahr – Sommer und Winter – in der Aare schwimmen, das bedeutet für mich Entspannung nach einem Arbeitstag.

Welche Bedeutung hat die Aare für den Tourismus und die Wirtschaft im Kanton Solothurn?

Die Aare ist ein attraktives Naherholungsgebiet und fast schon eine Art Marke. Sie wird sehr oft für die Standortpromotion verwendet, beispielsweise auch beim Attisholz-Areal, welches sich mit der Aare im Vordergrund neu positioniert. Die Aare ist ausserdem ein Magnet für Einheimische und natürlich auch für die auswärtigen Touristen, die unseren Kanton besuchen.

Lesen Sie dazu auch: 

Inwiefern ist der Tourismus wichtig für die Solothurner Wirtschaft?

Der Tourismus spielt eine wichtige Rolle für die Unternehmen, deren Mitarbeiter suchen attraktive Naherholungsgebiete und Freizeitangebote. Der Kanton Solothurn kann mit fünf unterschiedlichen Regionen auftrumpfen und bietet zahlreiche attraktive Angebote. Unser Tourismus ist einerseits auf die lokale Bevölkerung ausgerichtet und anderseits profitieren zahlreiche Anbieter von den auswärtigen Gästen.

Wenn man die beiden Aarekantone, Solothurn und Aargau, mit Baselland vergleicht: Ist das Baselbiet da im Nachteil, weil es keine Aare hat?

Im Rahmen der Aktion «Sommerspass» haben sich drei Kantone zusammengeschlossen, die unterschiedlich daherkommen, aber gleichwohl viele Gemeinsamkeiten haben. Bei der Aktion geht es gerade auch darum, das Beste aus den verschiedenen Kantonen zusammenzubringen, um den Leuten, die hier ihre Ferien verbringen, ein spannendes Angebot zusammenzustellen.

Was sind denn allgemein die Stärken des Tourismus im Mittelland?

Eine Stärke des Mittellandes ist seine zentrale Lage und die Vielseitigkeit. Der Kanton Solothurn ist in der Mitte der Schweiz und hat daher sehr viele Durchgangsreisende. Insbesondere die Stadt Olten positioniert sich mit dem Seminar- und Kongresstourismus, welcher immer mehr an Publikum gewinnt. Die Stadt Solothurn hat mit ihren kulturellen Anlässen wie den Solothurner Film- und Literaturtagen oder den Bike-Days eine nationale Ausstrahlung. Das Schwarzbubenland trumpft mit Natur, Burgen, Ruinen und natürlich dem Kloster Mariastein mit einer internationalen Ausstrahlung auf.

Wo hat das Mittelland noch Aufholbedarf?

Für den Kanton Solothurn ist es schwieriger, auf die nationale Plattform zu kommen, im Gegensatz zu den Kantonen Graubünden oder Wallis, welche bereits als Touristenregionen bekannt sind. Das heisst, dass wir uns im Kanton Solothurn mehr anstrengen müssen, um nationale Bekanntheit zu erlangen. Der Kanton Solothurn hat beispielsweise noch Potenzial bei den Übernachtungen. Mit zusätzlichen Übernachtungen würden die Touristen auch mehr Geld im Kanton ausgeben bei ihrem Besuch. Insbesondere soll mit der Digitalisierung der Tourismus weiterentwickelt werden; ich denke dabei vor allem an die optimierte Nutzung der digitalen Kanäle bezüglich Angebote und Vermarktung.

Welche Ausflugstipps haben Sie für diese Touristen?

Mein Ausflugstipp ist ganz klar die Aare, sie ist für mich das Highlight. Aber auch eine Wanderung auf dem Jura-Höhenweg, ein Besuch im Kloster Mariastein oder ein Besuch des Burgäschisees kann ich sehr empfehlen. (gue)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1