Ehrung
«Eine riesige Zeitkapsel»: Heimatschutzpreis geht an den Brugger Bahnpark

Die Stiftung Bahnpark Region Brugg erhält an einer Feier den Aargauer Heimatschutzpreis 2018.

Louis Probst
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Freude herrscht bei (von links) Bahnpark-Präsident Gregor Tomasi, Jury-Obfrau Nicoletta Brentano-Motta sowie NAB-CEO Roland Herrmann.

Freude herrscht bei (von links) Bahnpark-Präsident Gregor Tomasi, Jury-Obfrau Nicoletta Brentano-Motta sowie NAB-CEO Roland Herrmann.

Louis Probst

Im einstigen Lokdepot, dem zentralen Element des Bahnparks, durfte Präsident Gregor Tomasi für die Stiftung Bahnpark Region Brugg den von der NAB mit 10 000 Franken dotierten Aargauer Heimatschutzpreis 2018 entgegennehmen.

«Heute ist ein besonderer Tag, wir sind an einem besonderen Ort, und wir ehren einen besonderen Preisträger», betonte Christoph Brun, der Präsident des Aargauer Heimatschutzes, bei der Verleihung des Heimatschutzpreises. «Es ist nicht so, dass der Heimatschutz nur Bauten auszeichnen würde. Auch das Eisenbahnwesen ist ein besonderes Kulturgut der Schweiz.»

Für den Erhalt dieses besonderen Kulturguts setzt sich die 2006 gegründete Stiftung Bahnpark Region Brugg mit ihrem Präsidenten und spiritus rector Gregor Tomasi ein. Inzwischen ist der Bahnpark mit den historischen Gebäuden des ehemaligen Lokdepots, den Dampflokomotiven und den vielen Eisenbahn-Memorabilien längst zum «Wallfahrtsort» für Fans der Ahnen der Bahnen geworden.

Christoph Brun zollte an der Feier – die von der Pädazapfegogestreich-Jazzband begleitet wurde – seinem einstigen Stadtratskollegen Gregor Tomasi auch den persönlichen Respekt. «Gregor Tomasi hat den Wert und die Bedeutung des Kulturguts Eisenbahn erkannt», stellte er fest. «Er hat seine Idee durchgezogen, und es ist ihm gelungen, seine Begeisterung auf den Stiftungsrat und die vielen Helferinnen und Helfer im Hintergrund zu übertragen.»

Besuchermagnet und Zeitkapsel

«Der Verkehr ist für die Entwicklung der Region seit je von besonderer Bedeutung», stellte Barbara Horlacher, Frau Stadtammann von Brugg, in ihrer Grussbotschaft fest. «Gute Verkehrsanbindungen sind auch heute wichtig für die Region, und sie sind nach wie vor eine aktuelle Thematik.»

Zur Preisträgerin, der Stiftung Bahnpark, erklärte sie: «Es ist beeindruckend, was Gregor Tomasi und seine Mitstreiter aus den stillgelegten Depotanlagen gemacht haben. Das Erste, was Besucherinnen und Besuchern auffällt – und denjenigen, die mit der Stiftung zu tun haben –, ist die grosse Begeisterung für die Sache und das Herzblut aller Beteiligten, insbesondere natürlich von Gregor Tomasi. Der Bahnpark ist längst ein Besuchermagnet geworden.»

Auch Landammann und Kulturdirektor Alex Hürzeler zeigte sich beeindruckt vom Bahnpark. «Es ist ein Ort, der Augen zum Strahlen bringt», stellte er fest. Er hob die Tätigkeit der Stiftung hervor, welche die markanten Gebäude in Schuss halte, was auch aus der Sicht der Denkmalpflege besonders wertvoll sei. «Der Bahnpark», so der Kulturdirektor, «ist für die Stadt und die Region Brugg, für den Aargau und die Schweizer Eisenbahngeschichte eine riesige Zeitkapsel.»

Dass die Stiftung Bahnpark Brugg mit dem Aargauer Heimatschutzpreis ausgezeichnet werde, sei die verdiente Ehrung für ein beispielhaft geplantes und umgesetztes Projekt, so Benedikt Weibel, der ehemalige Vorsitzende der Geschäftsleitung der SBB. In seiner Laudatio ging er auch auf die Entwicklung des Verständnisses der SBB für die Zeitzeugen der Eisenbahnen ein, was 2001 zur Gründung der Stiftung SBB Historic führte.

«Vorbildliches Wirken»

«Der Bahnpark ist im Kontext der Verkehrsentwicklung zu sehen», betonte Nicoletta Brentano-Motta, die Obfrau der Jury des Aargauer Heimatschutzpreises. Sie zeigte die Entwicklung des Eisenbahnverkehrs und die Funktion des einstigen Depots Brugg auf und stellte fest: «Die Jury betrachtet das Wirken der Stiftung Bahnpark Region Brugg als vorbildlich.» Gemeinsam mit Roland Herrmann, dem CEO der Neuen Aargauer Bank AG, übergab sie den symbolischen, riesigen Check an Gregor Tomasi.

«Die Ehrung durch den Heimatschutzpreis steht allen Mitarbeitenden des Bahnparks zu und erfüllt uns mit Freude», erklärte Gregor Tomasi. «Die Ehrung macht auch die Region stolz. Der Bahnpark ist ein Stück Geschichte zum Anfassen. Er soll ein lebendiges Museum sein, dessen Ausstellungsstücke immer wieder zum Leben erweckt werden – was bei mir als ehemaligem Dampflok-Heizer natürlich besondere Gefühle weckt.»

In den 12 Jahren des Bestehens des Bahnparks habe sich viel verändert, und es werde sich weiterhin vieles verändern. So soll der Bahnpark ab 2019 ein Museum mit festen Öffnungszeiten werden. «Das alles», so Gregor Tomasi, «geht nicht ohne Sponsoren und Freiwilligenarbeit. Der Heimatschutzpreis ist für uns Anerkennung und Ansporn.»