Jahresprogramme 2018

Einblick in die Tempel der Kunst: Das zeigen die Solothurner Kunstmuseen

Was ist in den Kunstmuseen Solothurn und Olten sowie im Kunsthaus Grenchen dieses Jahr zu sehen? Ein Einblick in die Jahresprogramme 2018.

Zum Jahresanfang vermelden die Kunstmuseen jeweils, was in ihren Räumen während des kommenden Jahres zu sehen sein wird. So auch die drei Solothurner Kunsthäuser, das Kunstmuseum Solothurn, das Kunstmuseum Olten und das Kunsthaus Grenchen. Wir haben uns die Programme näher angeschaut.
Im Kunstmuseum Solothurn finden dieses Jahr acht unterschiedliche neue Ausstellungen statt. Den Start bestreiten die beiden Video-Künstlerinnen Judith Albert und Anne Sauser-Hall mit ihrer gemeinsamen Schau «continuo». Die Ausstellung startet am Wochenende des Filmtage-Starts und dauert bis zum 8. April. Ab 24. Februar sind in Solothurn wieder Arbeiten des Zürchers Ian Anüll zu sehen. Bereits 2003 hatte das Kunstmuseum dem 1948 geborenen Künstler eine grosse Übersichtsausstellung gewidmet. Diesmal sind im Grafischen Kabinett unter dem Titel «Untitled» Arbeiten auf Papier aus den Siebziger Jahren bis heute zu sehen.

Strässle in Einzelschau

Zum ersten Mal mit einer grossen Einzelausstellung ist die Solothurner Künstlerin Elisabeth Strässle im Kunstmuseum zu Gast. Sie hat sich mit ihrer eigenständigen Art einen besonderen Platz in der Solothurner Kunstszene erworben. Zu sehen sind ihre neuesten Arbeiten ab 28. April.
Im Grafischen Kabinett ist ab dem 2. Juni die erste von drei zusammenhängenden Sammlungsausstellungen zu entdecken. «Zusammenhänge zusammen hängen» zeigt Arbeiten auf Papier, die bekanntermassen einen Schwerpunkt in der Solothurner Sammlung bilden. Doch die Auswahl der Werke besorgt diesmal das Publikum. Aus einer grossen Anzahl von Arbeiten, die mithilfe der neuen «Sammlung online» digital durchgesehen werden können, dürfen die Besucher ihre Favoriten bestimmen. Die «Zusammenhänge» ändern zum zweiten Mal am 21. Juli und ein weiteres Mal am 8. September. Mit dem immer wieder neu entstehenden Wechsel der Bilder soll so ein Nachdenken über die museale Tätigkeiten des Sammelns und Ausstellens entstehen.

Bernard Voïta

Der Westschweizer Bernard Voïta (*1960) ist Fotograf, Bildhauer und Installationskünstler und gehört zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern seiner Generation. Ab 11. August ist die Ausstellung «recto-verso» zu sehen. In 30 Jahren hat Voïta sein Schaffen weiterentwickelt und mit dem Einbezug dreidimensionaler Werke in seine Fotografien verdichtet. Die Ausstellung im gesamten Parterre dauert bis zum 21. Oktober.

150 Jahre Cuno Amiet

Im ersten Stock des Kunstmuseums ist ab 22. September eine Ausstellung zum 150. Geburtstag von Cuno Amiet zu sehen. Darin soll die langfristige Zusammenarbeit zwischen den Nachlass-Erben und dem Kunstmuseum nachvollziehbar sein. Zu sehen sind Bilder aus der Sammlung des Kunstmuseums, aber auch erstmals eine repräsentative Werkgruppe des lange auf der Oschwand aufbewahrten Nachlasses. Dieser wird künftig als Dauerleihgabe ins Solothurner Museum gelangen.

Den Schluss der Ausstellungen 2018 in Solothurn wird die Jahresausstellung der Solothurner Künstler sein, welche dieses Jahr unter der Ägide des Kunstvereins Solothurn steht. Dazu gibt es zeitgleich im Grafischen Kabinett das «Freispiel». Hier gibt der Kunstverein jeweils jungen Kunstschaffenden Gelegenheit, ihre Arbeit vertiefter darzustellen. Die beiden Ausstellungen starten am 10. November und dauern bis zum 6. Januar 2019. Im Kunstmuseum Olten beginnt das Jahr 2018 mit dem zweiten Oltner Künstlerball am 28. Januar. Am 22. Februar folgt die Schau «Renaissance» mit Arbeiten von Marc-Antoine Fehr. Zu sehen sind Bilder aus dem Schaffen des 1953 geborenen Zürcher Künstlers, der als Meister der figurativen Malerei bekannt ist.

Am 2. Juni startet in Olten die Ausstellung «Das Leben ist kein Ponyhof» über das 100-Jahr-Jubiläum zum Landesstreik von 1918. Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem Theaterprojekt «1918.ch» durchgeführt und dauert bis zum 19. August.

2. International Photo Festival

Danach folgt die Zweitauflage des dreitägigen «International Photo Festival Olten», die in den Räumen des Kunstmuseums stattfindet. Ob der letztjährige grosse Publikumsaufmarsch dieses Jahr gar überboten werden kann? Am 8. September folgt die Ausstellung über die gebürtige Däniker Texil- und Installations-Künstlerin Lucie Schenker (*1943). Den Schlusspunkt im Jahr setzen in Olten die beiden bekannten Schweizer Expressionisten Otto Morach und Ignaz Epper.
Im Zentrum des Grenchner Kunstlebens steht in diesem Jahr die Triennale (wir berichteten bereits). Dennoch ist das Ausstellungsprogramm im Kunsthaus wie gewohnt vielfältig.
Den Start macht am 24. März Fotokünstlerin Cécile Wick (*1954) mit ihrer Ausstellung «sub rosa». Wick verfremdet ihre Fotografien bis zur Ungegenständlichkeit und erzeugt so malerische Aspekte ihrer Arbeiten. Gleichzeitig zeigt das Kunsthaus in der Villa Girard eine Auswahl von Arbeiten aus der grafischen Sammlung des Hauses, welche die Auseinandersetzung mit dem Fotografischen und Malerischen in der Druckgrafik suchen.

Warhols «Goethe»

In Kooperation mit der Triennale Grenchen ist vom 19. August bis zum 28. Oktober die Ausstellung «Porträts» zu sehen. Ausgehend von Andy Warhols «Goethe» aus der Sammlung des Hauses, sind druckgrafische Arbeiten von Franz Gertsch, Urs Lüthi, Markus Raetz, Annelies Strba und vielen anderen zu entdecken. Als neues Mitglied der Schweizerischen Grafischen Gesellschaft sind im Kunsthaus Grenchen vom 19. August bis 28. Oktober Originalgrafiken aus der Schweizerischen Sammlung zu finden. Übertitelt ist die Wanderausstellung mit «Von Menschen und Dingen», denn sie dokumentiert das 100-jährige Bestehen der Gesellschaft. Ab 24. November zeigt Patricia Bucher (*1976) ihre Schau «Don’t answer the door». Die Künstlerin greift gerne auf Schriftsysteme oder Symbole und verändert diese oder setzt sie neu zusammen.

Entdeckung eines Solothurners

Eine Entdeckung wird die Ausstellung mit Werken des gebürtigen Schönenwerders Theodor Bally sein. Der Erbe der Schuh-Dynastie (1856-1975) ist ein Vertreter der konkreten Schweizer Kunst, jedoch von der Kunstwelt eher wenig beachtet. Die Ausstellung, welche vom 25. November bis zum 17. Februar 2019 dauert, findet in der Girard-Villa statt.
Die letztes Jahr ins Leben gerufene Ausstellungsreihe «20m2 – Fenster in Atelier von…» bietet vom 25. November bis zum 17. Februar 2019 Lina Müller eine Plattform. Ein sehr vielfältiges Solothurner Kunstjahr hat begonnen.

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