Sollte es auf den 1. Januar 2014 zu einer Vereinigung der Gemeinde Uerkheim mit der Stadt Zofingen kommen, ist vorgesehen, dass es während der Amtsperiode 2014 bis 2017 vor allem bezüglich des Einwohnerrats und des Stadtrats zu zwei Wahlkreisen käme: Der Wahlkreis Zofingen würde 35 Einwohnerräte, statt 40, und 6 Stadträte, statt 7, bestimmen, während der Wahlkreis Uerkheim 5Einwohnerräte und 1 Stadtrat erküren könnte.

Diese Ausnahmeregelung würde nach Ablauf der Legislatur wieder verschwinden und es gäbe dann nur noch einen Wahlkreis für die ganze Stadt Zofingen (mit den Ortsteilen Mühlethal und Uerkheim ). Die Schulpflege und die Steuerkommission würden für vier Jahre zugunsten des Ortsteils Uerkheim um je ein Mitglied aufgestockt.

Meinungen schon gemacht?

Das war der einzige Punkt, der am Mittwochabend an der Info-Veranstaltung des Stadtrats über die Zusammenschluss-Vorlage Diskussionsstoff lieferte. Der Anlass fand im Bürgersaal des Rathauses statt und hätte eine grössere Beteiligung verdient. Interessiert das Thema die breite Stimmbürgerschaft nicht oder sind die Meinungen schon gemacht?

Grossrat Herbert H. Scholl kann sich nicht damit anfreunden, dass während vier Jahren fünf Einwohnerräte und ein Stadtrat an den Ortsteil Uerkheim abgetreten werden. Der Gesetzgeber habe ausdrücklich die Möglichkeit geschaffen, während einer Amtsperiode sowohl die Legislative als auch die Exekutive mitgliedermässig aufzustocken, also 45 Einwohnerräte und 8 Stadträte . 5 Einwohnerräte und 1 Stadtrat könnten dann problemlos im Ortsteil Uerkheim bestimmt werden. Dem Uerkner Stadtrat könnte ein spezielles Ressort «Zusammenwachsenvon Uerkheim mit Zofingen» anvertraut werden, womit dieser zweifellos ausgelastet wäre. Der ehemalige Einwohnerratspräsident Bruno Hostettler schloss sich der Meinung von Scholl an.

Stadtratsressort Uerkheim ?

Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger begründete vor allem den Verzicht auf eine Aufstockung der Behörde damit, es sollten die jetzigen Ressorts nicht auseinandergerissen werden, zeigte sich aber durchaus bereit, über die Ansicht von Herbert H. Scholl mit einem speziellen Ressort Uerkheim nochmals nachzudenken, auch über die Aufstockung des Einwohnerrats von 40 auf 45 Mitglieder. Diese zentrale Frage könnte nämlich durchaus - aus Zofinger Sicht - zu einem entscheidenden Punkt werden.

Im Übrigen skizzierte Stadtschreiber Arthur Senn den Werdegang der jetzigen Vorlage, welche am 23. November vor die Gmeind Uerkheim und am 26. November vor den Einwohnerrat Zofingen kommt. Hans-Ruedi Hottiger fasste die wichtigsten Punkte des Vereinigungsvertrags zusammen. Er wies insbesondere darauf hin, dass es bei diesem Geschäft in erster Linie darum gehe, der Gemeinde Uerkheim als selbstbewusster Ortsteil von Zofingen eine vielversprechende Zukunft zu geben, von der auch die Zentrumsgemeinde Zofingen wesentlich ernten könnte (zum Beispiel im Eigenheimbau).