Polizisten-Urteile
«Ein Polizist muss nicht erst sein eigenes Leben lassen, bevor er schiessen darf»

Das Bezirksgericht Bremgarten verurteilte zwei Polizisten der Sondereinheit «Argus» zu bedingten Geldstrafen. Bei einem Einsatz im Jahr 2009 verletzten sie einen Randalierer mit zwei Schüssen. In der Bevölkerung stossen die Urteile mehrheitlich auf Kritik.

Claudia Sägesser
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Bei einem Einsatz vor sieben Jahren verletzen Polizisten der Sondereinheit «Argus» einen Serben mit zwei Bauchschüssen schwer.
Das Bezirksgericht Bremgarten sprach zwei der drei angeklagten Polizisten schuldig zu bedingten Geldbussen. Den Einsatzleiter wegen "Amtsmissbrauch", "Hausfriedensbruch" und "Sachbeschädigung". Den schiessenden Poizisten wegen "schwerer Körperverletzung" in «exzessiver Notwehr».

Die Anwälte kündigten bereits an, die Urteile weiterzuziehen.

Was meinen Passanten dazu? Tele M1 ist dieser Frage in der Rubrik «Das seit s'Volk» nachgegangen. Eine Rentnerin sagt: «Ich finde, der Polizist hatte recht, er hat sich gewehrt», ein älterer Herr meint dazu: «Das sind Stresssituationen». Eine weitere Dame findet: «Ein Polizist muss nicht erst sein eigenes Leben lassen, bevor er schiessen darf». Lediglich zwei Leute äussern sich kritisch zum Einsatz: Eine ältere Dame sagt: «Ich weiss nicht, ob es nötig war, direkt zu schiessen.» Ein anderer Passant sagt: «Der Polizist hätte zumindest in die Beine schiessen können und nicht gleich in den Bauch.»

Und wie würden die Passanten selbst in dieser Situation reagieren? Hier sind sich alle einig: «Würde hier jemand mit einem Messer auf mich losgehen, dürfte ich mich ja auch wehren", sagt eine ältere Frau stellvertretend. "Ich finde, Polizisten haben auch das Recht dazu."

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