Militärischer Wiederholungskurs der Train-Kolonne 13, besser bekannt als «der WK von denen mit den Pferden»:

Adrian Fuchs steht im Truppenzimmer, als seine Kollegen, allesamt Hufschmiede und in diesem Moment nur mit einem Badetuch bedeckt, aus der Dusche kommen.

Ohne gross nachzudenken, sagt er: «‹Hey, ehr huere Chäschte›, eigentlich müssten wir einen Hufschmiedekalender machen.»

So oder so ähnlich wurde vor drei Monaten die Idee zum Kalender geboren. Der Lenzburger Reitsport- und Marketing-Experte Fuchs, die drei Hufschmiede mit dem Badetuch und ein befreundeter Treuhänder machten aus der Idee in 90 Tagen einen Kalender.

Fuchs weiss selbstverständlich, wen der Kalender ansprechen soll: «Die Damen im Reitsport freuen sich immer auf den Hufschmied. Die Jungs verdienen nicht schlecht und ihre Muskeln stammen von der Arbeit und nicht vom Fitnessstudio.»

Zum Shooting lud Fuchs zwölf Hufschmiede in die Armeeschmiede Sand in Bern-Schönbühl ein, darunter auch Aaron Gygax aus Brittnau (siehe Bild).

Gygax wollte erst gar nicht mitmachen, doch die positive Ausstrahlung für den Berufsstand der «Hufis» überzeugte ihn dann doch.

Auf dem Set in Bern stand ein Styling-Profi und Fotografin Katja Stuppia für die Hufis bereit.

Jedes Sujet war minuziös geplant. Adi Fuchs setzte bei der Planung auf Echtheit oder in Kalendern gesprochen: Die Hufschmiede orientierten sich am Bauernkalender mit seinen echten Bauern und nicht am deutschen Stallburschen-Kalender, wo Männer-Models abgebildet sind, keine Stallburschen.

«Natürlich sind Hufschmiede erotisch», sagt Fuchs und betont das erste Wort. «Wir wollten im Kalender alltägliche Situationen nachstellen.»

Der Bildvergleich oben zeigt, wie die Idee umgesetzt wurde.

Im linken Bild posiert Aaron Gygax als April-Hufi für den Kalender, auf der rechten Seite knipst «Schweiz am Sonntag»--Fotograf Mathias Marx den Schmied in derselben Pose, aber in normaler Arbeits-Aufmachung und -Umgebung.

Gygax, der seit 13 Jahren auf dem Beruf arbeitet, war es wichtig, noch ein Shirt zu tragen. Andere, so viel sei verraten, zeigen sich in diesem Punkt freizügiger.

Immer aber präsentiert der Kalender einen echten Hufschmied bei der täglichen Arbeit, dabei hätten Fuchs & Co. durchaus Models haben können.

Unter anderem habe sich ein ehemaliger Mister-Schweiz-Kandidat gemeldet. Danke nein, lautete die Antwort. Wo Hufschmied draufsteht, ist auch Hufschmied drin.

Als Berufsgattung sind die Hufschmiede sind Schweizerischen Metall-Union (SMU) angeschlossen, genau gezählt wurden sie bisher nicht.

Laut der SMU wird von 250 bis 300 Hufschmieden gesprochen. Potenzial für weitere Kalender ist also vorhanden.