Auktion
Ein goldener Vogel schlüpft aus dem Ei

Paul Gugelmann spendet der Rudolf-Steiner-Schule Aargau ein Objekt für die jährliche Benefiz-Kunstauktion. Neben Gugelmann sind auch dieses Jahr wieder viele regionale Künstler vertreten.

Tirza Gautschi
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Paul Gugelmann mit seinem Werk «Alle Vögel sind schon da».

Paul Gugelmann mit seinem Werk «Alle Vögel sind schon da».

HO

Auf den ersten Blick wirkt sie filigran, die goldene Konstruktion Paul Gugelmanns. Doch kommt man der «poetischen Maschine» näher, sieht man die Spuren der Arbeit, die Mechanik und die goldenen Vögel, die sich Ton in Ton zwischen dem Geäst verstecken. Wird die kleine Kurbel am Sockel betätigt, beginnt sich der Baum langsam um seine eigene Achse zu drehen.

«Es ist eine riesige Ehre, dass uns Gugelmann dieses Objekt zur Verfügung gestellt hat», sagt Ann Walter, die in Zusammenarbeit mit der Schulgemeinschaft der Rudolf-Steiner-Schule Aargau die Benefiz-Auktion in Schafisheim organisiert.

Die Auktion, die im Rahmen des traditionellen Advent-Basars stattfindet, soll der Schule Geld für den voranschreitenden Neubau generieren. 26 Künstler haben dafür 56 Werke gesponsert, welche dieses Wochenende unter dem Hammer kommen sollen. Dass Gugelmann eigens dafür eine Maschine gebaut hat, zieht schon jetzt viele Interessenten an. Gugelmann hat bisher erst zwei seiner Werke für Privatleute zum Kauf angeboten, alle im Rahmen von Benefizveranstaltungen. Wieso die Schule ein Objekt mit dem Namen «Alle Vögel sind schon da» erhalten hat, erklärt Walter folgendermassen: «Ich glaube, Gugelmann sitzt immer ein wenig der Schalk im Nacken. Es ist der Titel eines Kinderliedes, was ja sehr gut zu unserer Schule passt.»

Keine professionelle Auktion

Den Kontakt zu den Künstlern hat Walter und ihr Team vor allem seiner guten Vernetzung und den vielen Sympathisanten zu verdanken. So mussten sie dieses Jahr sogar Werke ablehnen. «Wir haben uns eine Limite von 50 Objekten gesetzt, jetzt sind es 56. Wir setzten auf Qualität, auch wenn wir nicht mit professionellen Auktionen konkurrieren wollen.»

4000 Franken ist das Mindestgebot

Letztes Jahr lief die Auktion nicht so gut wie erhofft, was Walter vor allem auf die knappe Vorbereitungszeit zurückführt.

Neben Gugelmann sind auch dieses Jahr wieder viele regionale Künstler vertreten, unter anderem Fritz Huser aus Lenzburg. Gemälde, Fotografien, Skulpturen – alles ist willkommen. Einzige Vorgabe: Das Mindestgebot liegt nicht über 500 Franken, mit Ausnahme von Gugelmanns Werk, das auf 4000 Franken geschätzt wird.

«Deswegen haben uns auch einige Künstler wieder abgesagt, was wir natürlich respektieren, denn der Wert von Kunst ist sehr schwierig zu definieren», erklärt Walter und fügt an, «unser Publikum hat jedoch noch nicht das Bewusstsein, dass Kunst mehrere tausend Franken kosten kann.»

Dass ein Massstab wie Gugelmann für die kommenden Auktionen schwierig zu toppen ist, sieht Walter nicht als Nachteil: «Wir haben uns kein Ei gelegt – höchstens eines, aus welchem wieder etwas Neues schlüpft.» Walter ist sich sicher, dass sich auch für die nächsten Auktionen gute Künstler finden lassen. Gugelmann ein weiteres Mal anzufragen, hält sie für unwahrscheinlich und argumentiert: «Exklusivität verliert an Wert, wenn man sie wieder aufwärmt.» Insgesamt braucht die Rudolf-Steiner-Schule Aargau noch rund drei Millionen Franken, um den Neubau fertigfinanzieren zu können.

Schafisheim Ausstellung: Sa, 24.11., 9–18 Uhr; So, 25.11., 10–14 Uhr. Auktion: So, 25.11., 14 Uhr. Telefonische Gebote während der Auktion: 079 752 57 44.