Zofingen

Ein Fest für die freiwilligen Unwetterhelfer – rund 300 Gäste folgten der Einladung der Stadt

Die Feuerwehr Langenthal rückte mit dem gesamten Löschzug ans Helferfest an.

Die Feuerwehr Langenthal rückte mit dem gesamten Löschzug ans Helferfest an.

Gegen 300 Mitglieder von Blaulichtorganisationen weit über die Kantonsgrenzen hinaus, aber auch viele freiwillige Helferinnen und Helfer, die beim Unwetter vom 8. Juli und den folgenden Tagen im Einsatz standen, nahmen die Einladung zum Helferfest im Zofinger Stadtsaal dankend an.

Nach dem verheerendem Unwetter am 8. Juli halfen neben den offiziellen Organen Feuerwehren, Polizei und Zivilschutz unzählige Freiwillige bei Aufräumarbeiten und Schadensbeseitigung. Rund 300 Einwohner und Hilfskräfte aus Zofingen und Umgebung folgten dem Aufruf in den Stadtsaal zum ultimativen Helferfest.

Wir können uns glücklich schätzen, auf so viele freiwillige Helferinnen und Helfer zählen zu können», sagt die zuständige Stadträtin Christiane Guyer anlässlich des Helferfests im Zofinger Stadtsaal. Es erstaunte nicht, dass das Unwetter vom 8. Juli, Hauptthema der Gespräche war. «Zofingen dankt» lautete das Motto des Abends und der kurzen Reden.

Das Feiern sollte nach dem überstandenen Unwetter im Zentrum stehen. Jeder hatte seine eigene Geschichte zu erzählen. Wer sich so umhörte, stellte öfters fest, dass die Hilfskräfte auch viel das Glück beanspruchten. «Bei so viel Wasser und Strom hätte es durchaus auch Tote geben können», sagt ein erfahrener Offizier der Feuerwehr. Zum Glück nicht.

Aufräumarbeiten nach Unwetter in Zofingen

Aufräumarbeiten nach Unwetter in Zofingen (Beitrag vom Juli 2017)

Heftige Gewitter sind am Samstag über die Schweiz gezogen. Besonders stark wütete das Unwetter in Zofingen AG, wo es zu grossflächigen Überschwemmungen, Hangrutschen und Stromunterbrüchen kam. Bei der Notrufzentrale und der Feuerwehr gingen über 400 Schadensmeldungen ein. Betroffen von den Fluten waren der Ortsteil Mühlethal sowie tiefer gelegene Quartiere, die Altstadt und die Industriegebiete, wie die Stadt Zofingen am Sonntag mitteilte.

Der Ursprung des Helferfests geht auf den Musiker Loris Peloso zurück. Nach dem Unwetter besuchte er den neugewählten Stadtrat Peter Siegrist, und war sichtlich betroffen vom Ausmass der Schäden in den Häusern der Altstadt. Spontan versprach er, mit Musikerkollegen ein Benefiz-Konzert zu organisieren. Zeitgleich meldeten sich auch Mitglieder der Studentenverbindung «Zofingia» und boten ihre Hilfe an und starteten unter ihren Mitgliedern eine Sammelaktion.

Siegrist übernahm die Initiative, auf der Suche nach einem Veranstaltungsort war die Idee eines Helferfests im Einklang mit der Stadt Zofingen quasi aus der Not geboren. Loris Peloso und Band mit Musikern aus nah und fern sorgten neben der jungen Formation «Beautiful Mistake» für den musikalischen Background des Abends. Stimmgewaltige Sängerinnen wie Sandra Rippstein und Annette Berger standen auf der Bühne.

Bilder der Feuerwehr im Einsatz nach dem Unwetter in Zofingen:

Mit einem grosszügigen monetären Beitrag und viel «Manpower», wie es Stadtammann Hans-Ruedi Hottiger ausdrückte, legten die «Zofingia» sowie der Kiwanis Club Zofingen die finanzielle Basis. Jeder Kiwanis-Club bemüht sich um gezielten und wirkungsvollen Einsatz in seiner Region und jeder Franken aus der Club-Kasse kommt einer ausgewählten Bestimmung im sozialen Engagement zugute, lauten die Grundsätze. Dank ihrer Hilfe durften Zofingia-Centralpräsident Christian Läubli und Kiwanis-Vorstand Walter Bloch zum Mikrofon greifen.

Erinnert hat sich auch die Gemeinde Andermatt an die Spendenaktion der Stadt Zofingen vor 30 Jahren. Das Urner Bergdorf erlebte einen vergleichbaren Unwetteralbtraum und revanchierte sich mit einem Griff in die Gemeindekasse. Den Cheque über 10 000 Franken hatte Gemeindepräsidentin Yvonne Baumann schon längst überreicht.

Zum Fest reiste sie extra nochmals an. «Ich habe im Alleingang entschieden, dass wir Zofingen unterstützen», sagte die Gemeindepräsidentin. «Meine Gemeinderatskollegen waren alle in den Ferien. Deshalb fiel der Entscheid einstimmig und diskussionslos.» Tosender Applaus aus der Menge.

Soziale Hilfsbereitschaft sei nicht selbstverständlich in unserer Welt, in der der Egoismus immer mehr zunimmt. Diese Worte des Zofinger Stadtammanns sollte man sich hinter die Ohren schreiben, denn das nächste Unwetter kommt bestimmt – hoffentlich nicht so bald.

Das Wasser stand bis knapp unter die Unterhose, erinnerte sich Daniel Hölzle, «Wasserträger» der Stützpunktfeuerwehr Zofingen. So umschreibt er seine Aufgabe. Statt Auspumpen war mit Kollege Beat Bauer, Löschen am Helferfest angesagt, Durstlöschen versteht sich.

Unter den vielen Feuerwehren rückten auch die Langenthaler mit einem Löschzug zum Fest aus. Präsent war auch die Feuerwehr Schönenwerd. Mit 20 Leuten pumpten sie Wasser aus den Zofinger Gebäuden, 26 Stunden Einsatz in zwei Schichten verbuchten sie.

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