Unwetter
Ein Dutzend Erdrutsche in Bottenwil – Mini-Tsunami riss Hauswand weg

Im 800-Seelen-Dorf Bottenwil im Bezirk Zofingen hat das Unwetter grosse Schäden verursacht.

Urs Helbling
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Schäden nach Unwetter in Bottenwil (9. Juli 2017)
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Bottenwils Ammann Heinz Gerber neben dem Hundslochbächli, das beim Unwetter am stärksten gewütet hat.
Hangrutsch in Bottenwil: Ammann Heinz Gerber hat mindestens 12 gezählt.
Überschwemmung in Bottenwil
Hagelkörner, die am 8. Juli 2017 in Bottenwil vom Himmel fielen.

Schäden nach Unwetter in Bottenwil (9. Juli 2017)

Urs Helbling

Zofingen hat es arg erwischt beim grossen Unwetter vom Samstag. Doch auch in anderen Gemeinden haben die kräftigen Regengüsse, Hagel und Überschwemmungen verheerende Schäden angerichtet.

Innerhalb von wenigen Stunden sind in Bottenwil auf dem Hügelzug zwischen dem Uerken- und dem Wiggertal anderthalb mal so viel Niederschläge gefallen, wie sonst im ganzen Monat Juli. «Ich habe mit meinem digitalen Regenmesser 183 Millimeter gemessen», erklärt Gemeindeammann Heinz Gerber (47).

Er hat am späten Samstagnachmittag einem Bekannten beim Heuen geholfen. Plötzlich sei es los gagangen. Dei Zufahrtsstrasse zu seinem Haus teils weggerissen, teils durch umgestürzte Bäume blockiert worden.

Am stärksten wütete das Hundslochbächli. Normalerweise mündet es hinter der Liegenschaft Loosli in eine Art und wird dann durch Betonrohre unter dem Dorfkern hindurch zur Uerke geführt. Gestern genügte das Rohr nicht mehr. Das Wasser suchte sich einen neuen Weg durch die Strassen und überflutete Keller und Gärten.

Oberhalb der Liegenschaft Loosli bildete sich zudem ein grösserer See. Plötzlich rutschte der nordexponierte Hang ins Wasser. Es habe eine Art Mini-Tsunami gegeben, erklärt Heinz Gerber. Die Wucht der Welle riss die Südfassade der Liegenschaft Loosli hinaus. Grosse Sandsteinquader wurden weggeschwemmt. Das Gebäude ist nicht mehr bewohnbar.

In Bottenwil gab es laut Gerber über ein Dutzend Hangrutsche. In zwei weiteren Fällen mussten die Bewohner evakuiert werden. Für Samstagabend war geplant, die Rutsche mit riesigen Plastikplanen abzudecken – damit sie sich stabilisieren. (uhg)

Immerhin: Die Stromversorgung ist seit Sonntagmorgen wieder intakt, wie der Versorger IBAarau auf Twitter mitteilt:

Unwetter im Aargau - die Bilder: