Der neue Polizeikommandant Michael Leupold ist seit 2006 Direktor des Bundesamts für Justiz im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) in Bern. In dieser Funktion hat er in den letzten Jahren wichtige Gesetzgebungsvorhaben des Bundes wesentlich mitgestaltet.

In seiner Amtszeit wurden namentlich die Revision des Aktienrechts, das neue Erwachsenenschutzrecht und die Vereinheitlichung der Prozessordnungen verabschiedet. Unter seiner Leitung steht zudem die laufende Revision des Allgemeinen Teils des Strafgesetzbuchs. Eine wichtige Rolle spielte Leupold auch bei der Aushandlung des UBS-Abkommens mit den USA sowie bei verschiedenen Bank- und Finanzmarktthemen. «Die sieben Jahre als Direktor des Bundesamts für Justiz waren eine gute und sehr spannende Zeit», betonte Leupold nach seiner Wahl. «Nun möchte ich mich einer neuen Herausforderung im Bereich Führung stellen. Als Polizeikommandant des Kantons Aargau werde ich wieder stärker operationell tätig sein können.»

Nie Polizist gewesen

Leupold ist 44 Jahre alt und wohnt in Aarau. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Das Studium der Rechtswissenschaften hat Leupold an der Universität Basel mit dem Doktorat abgeschlossen und anschliessend das aargauische Fürsprecherpatent erworben.

Leupold begann seine Karriere in den neunziger Jah-ren als Rechtsanwalt bei der Schweizerischen Bankgesellschaft, war danach Obergerichtsschreiber am Aargauer Handelsgericht und von 2001 bis 2006 Chef der Abteilung Strafrecht im Departement Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau. In der Armee bekleidet Leupold den Grad eines Oberstleutnants im Generalstab. Einziger Schönheitsfehler im Lebenslauf des neuen Polizeikommandanten: Er war selbst nie Polizist.

Winzenried bleibt bis Sommer 2013

Im Bewerbungsverfahren habe sich Michael Leupold gegen eine grössere Anzahl von ebenfalls sehr gut qualifizierten Bewerbungen durchgesetzt, wie der Kanton mitteilt. Er übernimmt das Kommando der Kantonspolizei im Sommer 2013. Bis dahin wird die Kantonspolizei weiterhin interimistisch durch Kripochef Urs Winzenried geführt. (rsn)