Integration

Ein 26-jähriger Suhrer tschuttet mit Flüchtlingen: «Fussball spricht jeder»

28 Paar Schuhe, fünf Bälle, viele Sportkleider und grosszügige Spenden sind innert eines Monats für die Fussballabende mit Flüchtlingen zusammengekommen.

Im Sommer startete Michael Vonlanthen via Facebook eine Sammelaktion:

28 Paar Schuhe, fünf Bälle, viele Sportkleider und grosszügige Spenden sind innert eines Monats für die Fussballabende mit Flüchtlingen zusammengekommen.

Mit einem Integrationsprojekt heisst der Suhrer Michael Vonlanthen junge Flüchtlinge im Aargau willkommen: Der 26-Jährige organisiert seit einigen Wochen Fussballabende für jugendliche Asylsuchende – und sammelt dafür auch Sportkleider und Schuhe.

Der Suhrer Michael Vonlanthen hat vor wenigen Wochen ein Fussballprojekt für jugendliche Asylsuchende gestartet, hauptsächlich für die sogenannten unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber. Die meisten sind zwischen 12 und 18 Jahre alt und wohnen in der Südallee in Suhr nahe des Kantonsspitals Aarau.

Vonlanthen sieht den Sport als eine ideale Form der Integration: «Ich bin wochenlang durch Brasilien gereist, und überall, wo ich hinkam, konnte ich mit Einheimischen Fussball spielen. Wir verstanden uns trotz anderer Sprache, Fussball spricht jeder.»

Um den jugendlichen Asylsuchenden hier das Gleiche bieten zu können und sie auf diese Weise willkommen zu heissen, setzten Vonlanthen und seine Freunde die Idee um. Ihre Absicht: den Jugendlichen die Chance bieten, Sport zu treiben und ihnen die Integration in einem neuen und fremden Umfeld erleichtern.

Derzeit spielt der 26-jährige Landschaftsgärtner jeweils am Montagabend mit «seiner» Truppe. Das Projekt ist ein Erfolg: «Anfangs waren wir nur zu fünft», erzählt Vonlanthen. «Mittlerweile kommen gegen 30 Jugendliche. Sie stammen vorwiegend aus Syrien, Eritrea, Afghanistan oder aus dem Sudan.» Die Verständigung sei ziemlich schwierig, «wir haben aber Asylsuchende im Team, die seit über zwei Jahren in der Schweiz leben und bereits gut Deutsch sprechen. Das hilft enorm.» Gesprochen wird konsequent Deutsch — auch das ist Integrationsförderung.

Und, sind ein paar Talente dabei? «Die Spanne ist ziemlich gross», sagt Vonlanthen und lacht. «Es hat ein paar darunter, die gut in einer Drittliga-Mannschaft spielen können. Und andere . . . na ja, die kommen nur aus Spass.» Aber Talentförderung sei nicht das Ziel, sondern das gegenseitige Kennenlernen und vor allem das gemeinsame Fussballspielen von lokalen Hobbykickern und Asylsuchenden.

Die Suche nach Schuhen

Via Facebook suchte Vonlanthen nach alten, aber noch brauchbaren Fussballschuhen. «Ich hätte damit gerechnet, etwa zehn Paar auf diese Weise auftreiben zu können», sagt Vonlanthen. «Aber innert Kürze kamen mehrere Dutzend zusammen — ein unerwartetes, eindrückliches Zeichen der Solidarität.» Nach wie vor nimmt er gebrauchte Fussballschuhe entgegen. Dringend nötig wären aber auch sonstige Sportklamotten: «Die meisten Asylbewerber kommen mit Jeans und Pulli zum Training.»

Noch dringender als Sportausrüstung brauchen die Teilnehmer einen Platz zum Spielen. Vonlanthen: «Im Moment sind wir im Aarauer Schachen, aber ein Rasenplatz in Suhr wird uns aktuell in Aussicht gestellt.» Langfristig suchen die Fussballfreunde eine geeignete Halle, um über die Wintermonate regelmässig spielen zu können.

Der nächste Fussballabend findet heute Montag, 26. Oktober, um 18.30 Uhr in Suhr statt.

Für Spenden, Teilnahme oder Mithilfe: fussballfreunde2015@gmail.com

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