Neben viel Kritik erntet der Kanton auch Zustimmung für seine Pläne, den Schwanenbestand zu reduzieren – und das von einem Naturschützer. «Es hat zu viele Schwäne am Hallwilersee», sagte Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau, in der TeleM1-Sendung «TalkTäglich». Deshalb solle es möglich sein, den Schwänen die Eier wegnehmen zu können oder die Tiere gar zu schiessen.

Dies sei im Interesse des Tierschutzes, führte Jenny aus. Denn die Schwäne würden durch ihr aggressives Brutverhalten andere, seltenere Vögel beeinflussen, die dadurch weniger gut brüten könnten. Der Naturschützer forderte zudem, die Höckerschwäne aus dem Schutzstatus zu entlassen und andere Tierarten aufzunehmen, die den Schutz dringend nötig hätten.

Peter Suter, Präsident des Vereins zum Schutze der bedrohten Wildtiere, war sich mit Jenny nicht einig. «Der Hallwilersee ist ein grosser See – ob dort 60 oder 70 Schwäne sind, fällt gar nicht auf», sagte er in der Sendung. Er forderte, dass sich die Bauern outen und detailliert angeben sollen, wie hoch ihre Schäden seien. Als Alternative zur Bestandesregulierung schlug er vor, entlang des Ufers einige Meter für die Schwäne freizulassen.

Aarauer Krähen abschiessen?

Beim Thema Aarauer Krähenbaum waren die beiden Tierschützer eher auf der gleichen Linie. Das Kantonsspital Aarau (KSA) will den Baum fällen, da die Krähen Lärm verursachen und den Weg verschmutzen. Suter fand dies «einen fertigen Blödsinn». «Die Krähen gehören dazu.» Das KSA solle mit dem Fällen zumindest warten, bis der Neubau realisiert werde. Und er ergänzt: «Der CEO darf doch nicht all die Leute ignorieren, die dagegen demonstrieren.» Würde der Baum gefällt, wäre dies ein Skandal, sagte Suter.  

Jenny, der sich im Namen von Pro Natura Aargau hinter die Krähenjagd des Kantons in Muri stellte und für das Verspeisen der Vögel plädierte, äusserte im «TalkTäglich» hingegen Zweifel, ob dies auch bei den Aarauer Krähen sinnvoll ist. Die Krähen seien schon lange dort. «Ich glaube nicht, dass die Krähen den Baum verlassen würden, wenn man auf sie schiessen würde.»

Er stellt aber auch klar: «Wenn es von einer Art zu viel hat, kann es im Extremfall sein, dass man sie töten muss.» Der Mensch komme nicht darum herum, andere Lebewesen auszulöschen. «Selbst die Veganer. Wird ein Acker gepflügt, ist das auch ein riesen Massaker.» Und er ergänzt, dass es bei Überpopulation ein gewisses Mass an Regulierung brauche. Denn gäbe es von einer Art zu viel in einem Lebensraum, würden die Tiere krank werden und sterben. «Ein Schuss ist dann der angenehmere Tod, als elend zu verenden.»

Die ganze Sendung zum Nachschauen:

Krieg der Tier- und Naturschützer

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Bei Themen wie dem „Krähenbaum“, Enteneier oder Wildkatzen sind sich Tier- und Naturschützer uneinig. Im Talk diskutieren sie über das Wohl der Natur.