Wohlen

Ehemaliges Restaurant wird Asylunterkunft – es kommen Familien

Das ehemalige Restaurant Salmen in Wohlen

Das ehemalige Restaurant Salmen in Wohlen

Der Sozialdienst des Kantons Aargau hat das ehemalige Restaurant Salmen in Wohlen gemietet und macht daraus eine oberirdische Asylunterkunft. Ab Anfang Jahr sollen 40 Aslysuchende untergebracht werden.

Es war eines der renommiertesten Speiselokale in der Region. Köche und Hoteliers, die sich mittlerweile schweizweit einen Namen gemacht haben, sind dort in die Lehre gegangen. Doch jetzt teilt auch der Wohler «Salmen» das Schicksal vieler Aargauer Landbeizen.

Im Oktober ist der letzte Wirt, der das Lokal während knapp fünf Jahren unter dem Namen «The Pepper’s» führte, ausgezogen. Seither ist die Küche kalt und man konnte schon vor zwei Monaten davon ausgehen, dass die Zeit des altehrwürdigen Restaurants Salmen an der Zentralstrasse definitiv abgelaufen war. Am Mittwoch hat das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) mitgeteilt, dass mit Besitzer Raphael Schmid für die Liegenschaft ein Mietvertrag unterzeichnet worden sei mit dem Ziel, dort Asylbewerber unterzubringen.

Unterkunft für Familien

«Der Kantonale Sozialdienst hat mit der Eigentümerschaft auf den 1. Februar 2016 einen Mietvertrag über fünf Jahre für die Liegenschaft Salmen abgeschlossen. Demnach können ab Anfang des kommenden Jahres 40 Personen im ehemaligen Restaurant untergebracht werden», steht in einer Mitteilung, welche das DGS am Mittwochmorgen veröffentlicht hat.

Bauliche Anpassungen, welche die Einreichung eines Baugesuches notwendig machten, seien nicht notwendig: «Die Liegenschaft kann umgehend eingerichtet und in der Folge bezogen werden.» Im «Salmen» würden asylsuchende Familien untergebracht: «Auf diese Weise kann ein Beitrag geleistet werden, dass Eltern und ihre Kinder nicht in unterirdischen Infrastrukturen untergebracht werden müssen», hält das DGS in der Mitteilung fest.

Die Liegenschaft Salmen, erklärte Balz Bruder, Leiter Kommunikation im DGS, sei dem Kanton angeboten worden: «Es ist eine zweckmässige Unterkunft für Asylbewerber, die über die nötigen Schlafräume verfügt und auch genügend Aufenthaltsmöglichkeiten bietet.»

Informiert, aber nicht involviert

Die Gemeinde Wohlen sei vom DGS über diese Angelegenheit informiert worden, aber nicht involviert, erklärte der Wohler Vizeammann Paul Huwiler auf Anfrage. «Es ist ein Geschäft zwischen dem Vermieter Raphael Schmid und dem Kanton. Wohlen hat dazu nicht viel zu sagen», erklärte Huwiler.

Besonders erfreut zeigt sich der Vizeammann über die neue Asylunterkunft nicht: «Wohlen müsste nach Dekret 41 Personen aufnehmen, zurzeit leben 60 Asylbewerber da und jetzt kommen noch einmal 40 Personen dazu. Diese Übungsanlage widerspiegelt die mangelnde Solidarität unter den Kommunen. Die Zentrumsgemeinden kommen auch in diesem Bereich überproportional zum Zug.»

Zwecks einer optimalen Koordination im Bereich Asylbewerber und -unterkünfte wolle der Gemeinderat jetzt umgehend eine Arbeitsgruppe einsetzen: «Das Thema beschäftigt uns an mehreren Fronten. Involviert sind das Regionale Führungsorgan, die Sozialen Dienste, die Verwaltung und die Abteilung Planung, Bau und Umwelt. Da ist es wichtig, sich ressortübergreifend zu organisieren und abzusprechen», erklärt Paul Huwiler.

Das Restaurant Salmen in Wohlen

Wohnen im Keller: Ein Rundgang durch die Flüchtlingsunterkunft in der unterirdischen Operationsstelle des Spitals Muri.

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