Lausanne/Aarau
Ehefrau mit dem Tod bedroht: Bundesgericht schickt gewalttätigen Mann hinter Gitter

Die Aargauer Justiz hat einen Ehemann und Vater aus der Region Aarau, der seine Gattin zweimal mit dem Tod bedroht hat, zu Recht zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Das hat das Bundesgericht entschieden.

Urs-Peter Inderbitzin
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Ein Ehemann muss ins Gefängnis, weil er seine Frau mit dem Tod bedroht hat und gewalttätig wurde. (Symbolbild)

Ein Ehemann muss ins Gefängnis, weil er seine Frau mit dem Tod bedroht hat und gewalttätig wurde. (Symbolbild)

Keystone

Die Aargauer Strafbehörden führen gegen einen zweifachen Familienvater aus der Region Aarau ein Strafverfahren. Ihm werden diverse Übergriffe gegen seine von ihm getrennt lebende Ehefrau vorgeworfen. Laut dem Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau zwang der Mann seine Gattin unter Anwendung körperlicher Gewalt, gegen ihren Willen in sein Auto einzusteigen. Der Mann fuhr anschliessend mit der Gattin und den beiden gemeinsamen Kindern an einen Waldrand. Dort sagte er zur Frau, dass er es ihr jetzt zeigen werde. Anschliessend werde sie sich nicht mehr getrauen, ihn wieder anzuzeigen.

Seine Frau weigerte sich jedoch, aus dem Auto auszusteigen. Auf Bitten der beiden Kinder fuhr der Mann danach seine Familie nach Hause. Die Fahrt dauerte mindestens eine halbe Stunde. Als die Frau sagte, sie werde den Fall der Polizei melden, verpasste er ihr eine Kopfnuss und drohte, sie und ihren Bruder umzubringen.

Mit dem Tod bedroht

Bei anderer Gelegenheit drohte der Ehemann seiner Gattin zweimal, er werde sich umbringen, wenn sie die gegen ihn gestellte Anzeige nicht zurückziehe. Um dieser Aussage Nachachtung zu verschaffen, hat er sich einmal ein Küchenmesser an den Bauch gehalten und das andere Mal sich selber mit einem Holzscheit gegen den Kopf geschlagen. Aktenkundig ist sodann auch, dass der Ehemann seiner Gattin einmal eine Pistole in den Rücken drückte und ihr drohte, sie umzubringen.

Diese und weitere Vorkommnisse nahm das Obergericht des Kantons Aargau im Mai letzten Jahres zum Anlass, den Ehemann wegen Freiheitsberaubung, mehrfach versuchter Nötigung, mehrfacher Drohung sowie Verstössen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jahren zu verurteilen. Das Obergericht bestätigte damit ein Urteil des Bezirksgerichts Aarau vom März 2016.

Genugtuung von 87'000 Franken

Gegen dieses Verdikt der Aargauer Justiz erhob der Ehemann Beschwerde ans Bundesgericht. Dort forderte er, vom Vorwurf der Freiheitsberaubung, der Nötigung und der Drohung von Schuld und Strafe freigesprochen zu werden. Für die Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz sei er zu einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu je 40 Franken zu verurteilen. Zudem forderte er, für den darüber hinausgehenden Freiheitsentzug sei ihm eine Genugtuung von 87'000 Franken zuzusprechen. Er warf dem Obergericht vor, den Sachverhalt willkürlich festgestellt und die Zeugenaussagen falsch gewichtet zu haben. Das Bundesgericht hat all diese Vorwürfe entkräftet und die Beschwerde vollumfänglich abgewiesen, soweit es überhaupt darauf eingetreten ist. Damit steht fest, dass der Mann einige Monate hinter Gitter verbringen muss.