Spreitenbach
Duschen mit «DJoulia»: Unternehmerin heizte am Energie-Gipfel ein

Sie hat mit ihrer Duschwanne mit Wärmerückgewinnung den renommierten Watt d’Or 2013 gewonnen: Silvana Ripa zeigte am Energie-Gipfel Aargau in Spreitenbach den 400 Gästen, wie man mit ihrer Erfindung Energie spart.

Thomas Röthlin
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Unternehmerin Silvia Ripa mit den Referenten am Energie-Gipfel.

Unternehmerin Silvia Ripa mit den Referenten am Energie-Gipfel.

Annika Bütschi

Der Energie-Gipfel Aargau findet jeweils am frühen Morgen statt, doch nach dem Referat von Silvana Ripa am Donnerstag in der Umwelt-Arena in Spreitenbach waren alle wach. Die Unternehmerin stellte ihr Produkt vor, das zur Energiestrategie 2050 passt, weil es Energie spart. «DJoulia», abgeleitet von der Energie-Einheit Joule.

«DJoulia» ist eine Duschwanne mit Wärmerückgewinnung. Das warme Abwasser fliesst nicht einfach ab, sondern heizt über einen Wärmetauscher das kalte Frischwasser auf. Damit wird rund ein Drittel weniger Heisswasser verbraucht. In einem Vierpersonenhaushalt beträgt das Sparpotenzial laut Ripa 1000 Kilowattstunden pro Jahr. So viel Energie sei nötig, um sämtliche anderen Haushaltsgeräte am Laufen zu halten.

Die Joulia SA in Biel hat 2013 den renommierten Preis Watt d’Or des Bundesamtes für Energie gewonnen, dies in der Kategorie Energietechnologien.

Ein Gewinner ist auch der Lenzburger Elektroingenieur und Energieexperte Dieter Schäfer, Erfinder und Organisator des Energie-Gipfels. Zum zehnten Mal waren 400 Gewerbetreibende, Gross- und Gemeinderäte in aller Herrgottsfrühe angereist, um sich von Spezialisten über Energiethemen ins Bild setzen zu lassen.

Der Anlass wird vom Kanton Aargau mitgetragen, weshalb der neue Energiedirektor, Regierungsrat Stephan Attiger, erstmals am Gipfel sprach. Attiger bezeichnete als eine der grossen Herausforderungen die Sanierung von alten Gebäuden. Auf sie fällt fast die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs, und die Sanierungsrate liegt bei nur 1 Prozent pro Jahr.

Der Architekt und Präsident des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) Stefan Cadosch nahm den Ball auf. «Die Energiedirektoren der Kantone müssen rasch eine einheitliche Stossrichtung zur Modernisierung des Gebäudebestandes definieren», forderte er. Dem mangelnden Wissen privater Hauseigentümer müsse mit professioneller Energieberatung begegnet werden.

Schliesslich referierte Kai Schiefelbein, technischer Geschäftsführer des Haustechnik-Herstellers Stiebel Eltron, über die neusten Erkenntnisse punkto Wärmepumpen. Der Experte weiss: In nicht allzu ferner Zeit werden die Zentralheizungen mit geschlossenen Wasserkreisläufen aus unseren Häusern verschwinden. Geheizt wird dann über die intergrierte Wohnungslüftung.

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