Finanzstatistik
Dürrenäsch ist die reichste Aargauer Gemeinde - und wer ist die ärmste?

Dürrenäsch hat Oberwil-Lieli als reichste Gemeinde im Kanton Aargau an der Spitze abgelöst. Die Gemeinden mit einem Vermögen gehören mittlerweile zur Minderheit. Zwei Drittel der Aargauer Kommunen sind mittlerweile verschuldet.

Mathias Küng
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Zwei Drittel der Aargauer Gemeinden sind verschuldet. (Symbolbild)

Zwei Drittel der Aargauer Gemeinden sind verschuldet. (Symbolbild)

Keystone

Ende 2012 lag Dürrenäsch vermögensmässig noch klar hinter Oberwil-Lieli an zweiter Stelle. Jetzt steht es mit 8 285 Franken Nettovermögen pro Einwohner am besten da. Wie kommt das? Gemeindeammann Markus Boos freut sich über die Toprangierung, hebt indes nicht ab: «Das ist schön zu hören, wir sind aber beileibe nicht steinreich und Steuergeld ist flüchtig.»

Die guten Zahlen seien gewiss eine Folge des verhaltenen Wirtschaftens und der Beschränkung auf das Notwendige. Man erledige die Hausaufgaben fortwährend. Die Gemeinde verdankt ihre gute Position aber auch «den für uns eklatanten Steuererträgen» (Boos) von drei Unternehmungen. Dort wurden im 2014 grössere Investitionen getätigt, was die Steuerträge mindern dürfte. Mittel- bis längerfristig plant die Gemeinde Investitionen von 13,5 Millionen Franken. Selbst wenn man den Ersatzneubau der Mehrzweckhalle mal weglässt, über den das Volk noch abstimmt, gehe es um rund 3,5 Millionen Franken, so Boos.

Die Gemeinden mit dem meisten Vermögen pro Einwohner Nettovermögen pro Einwohner in Franken, Ende 2013.

Die Gemeinden mit dem meisten Vermögen pro Einwohner Nettovermögen pro Einwohner in Franken, Ende 2013.

Kanton Aargau

Idyllisch und arm

Per Ende 2013 gilt das idyllische Fricktaler Dorf Zuzgen wie schon Ende 2012 als am stärksten verschuldet. Wie kommt das? Gemeindeammann Heinz Kim verweist auf einen Schulhausneubau für zwei Millionen Franken. Ein grosser Brocken für eine Gemeinde mit 854 Einwohnern und einem Steueraufkommen von 2,2 Millionen Franken. Kim: «Die Verschuldung haben wir bewusst in Kauf genommen.» Man hätte die Schule auch nur renovieren können. Mit dem Neubau will man aber an Attraktivität zulegen.

Den «Spitzenplatz» der höchstverschuldeten Gemeinde will man kein weiteres Mal holen. Tatsächlich konnte die Schuld pro Einwohner 2013 um über 400 auf 4715 Franken gesenkt werden, bis 2019 soll sie laut Kim auf 3500 Franken sinken. Andere Gemeindevertreter attestieren Zuzgen, es habe die Hausaufgaben gemacht. In etlichen Gemeinden stehen Schulhausbauten noch an. Kim hofft jetzt auf ein kleines Einwohnerwachstum, das täte den Gemeindefinanzen gut.

Diese Gemeinden haben am meisten Schulden pro Einwohner Schulden pro Einwohner in Franken, Ende 2013. 

Diese Gemeinden haben am meisten Schulden pro Einwohner Schulden pro Einwohner in Franken, Ende 2013. 

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