Die Staatsanwaltschaft wirft den Verantwortlichen der Firma Geminis Marketing GmbH mit Sitz in Zofingen vor, sie hätten Personen in der Schweiz mit unlauteren Geschäftsmethoden zu einem Vertagsabschluss bewegt.

Die Beschuldigten sollen zu bedingten Freiheitsstrafen von 15, 18 und 24 Monaten verurteilt werden. Die Medienstelle der Staatsanwaltschaft Aargau bestätigte am Donnerstag entsprechende Angaben der Sendung "Espresso" von Schweizer Radio SRF.

In der Anklageschrift sollen mehr als 350 Betroffen aufgeführt sein. Die Firma mit der Website "werbesperre.ch" sorgt mit ihren fragwürdigen Verkaufspraktiken seit längerem für Ärger. Das Unternehmen wirbt damit, es schiebe "unerwünschter Werbung einen Riegel vor".

Die Betroffenen ärgerten sich einerseits darüber, dass die Geminis Marketing GmbH sie telefonisch kontaktiert hatte, obwohl ihr Eintrag im Telefonbuch mit einem Stern versehen ist, der sie vor Werbeanrufen schützen soll. Andererseits kritisierten sie, dass sie von der Zofinger Firma Rechnungen für Abos erhalten hätten, welche sie nie abgeschlossen haben.

Nach den vielen Beschwerden von Betroffenen reichte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) 2015 bei der Aargauer Staatsanwaltschaft eine Strafanzeige ein. Wann der Prozess vor dem Bezirksgericht Zofingen stattfinden wird, steht noch nicht fest. (sda/luk)