Aus kurzer Distanz soll der Beschuldigte in Baden seinem Opfer mit einer Pfefferspray-Pistole ins linke Auge geschossen und zusammen mit zwei Mittätern dessen Sporttasche gestohlen haben. Die Beute: ein Kilogramm Cannabis. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm neben Raub noch weitere Delikte vor; das Verfahren läuft.

Nach dem Vorfall im Juli letzten Jahres setzte sich der Mann ins Ausland ab, wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht und kurz darauf in den Niederlanden festgenommen. Seit seiner Auslieferung in die Schweiz sitzt er hinter Gittern: erst in Untersuchungshaft, seit September im vorzeitigen Strafvollzug. Doch der Beschuldigte will aus dem Gefängnis und gelangte mit seiner Beschwerde bis ans Bundesgericht. Bereits ein Jahr zuvor beantragte er seine Entlassung aus der Untersuchungshaft, wo er wegen wiederholten Fahrens ohne Führerausweis sass – mit Erfolg.

Im aktuellen Fall hat er weniger Glück, wie nun feststeht: Das Bundesgericht lehnt seine Beschwerde ab, der Mann bleibt vorerst im vorzeitigen Strafvollzug. Im Urteil ist die Rede von einer grossen Zahl an Delikten, die ihm zur Last gelegt werden. «Offenbar vermochten weder Strafen noch strafprozessuale Haft eine entscheidende Wirkung zu erzielen», hält das Gericht fest.

Unbeeindruckt von Urteilen

Aus den beiden Bundesgerichtsurteilen geht hervor: Der Beschuldigte verstiess schon des Öfteren gegen das Gesetz. Die Liste seiner Delikte ist lang. Mehrmals sass er schon in Untersuchungshaft, wegen eines Überfalls genauso wie wegen häuslicher Gewalt. Zweimal wurde er verurteilt – unter anderem wegen Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Der Beschuldigte bestreite nicht, dass er aufgrund seiner Drogensucht therapiebedürftig ist, heisst es im Urteil.

Im laufenden Verfahren wirft ihm die Staatsanwaltschaft neben dem Raub auch den Anbau von und den Handel mit mehreren Kilogramm Cannabis vor. «Offenbar liess er sich weder von den erfolgten Verurteilungen noch den Freiheitsentzügen beeindrucken.» Dazu komme, dass er neuerdings nicht mehr vor der Anwendung von Gewalt zurückschrecke, um seine Drogenhandelsinteressen durchzusetzen. Deshalb kommen die Bundesrichter zum Schluss: «Vor diesem Hintergrund ist ernsthaft zu befürchten, dass der Beschwerdeführer durch gleichartige Straftaten, die Sicherheit anderer Personen erheblich gefährdet.»