«Der Gemeinderat hat entschieden, die Erbsumme nicht auf dem gerichtlichen Weg zu erstreiten», bestätigt Gemeindeschreiber Michael Schaeren gegenüber dem «Regionaljournal Aargau Solothurn» von Radio SRF.

Die St. Josef Stiftung in Bremgarten, welche das Geld von einem Gericht zugesprochen erhielt, zeigt sich erfreut über diesen Entscheid. «Das ist eine sehr erfreuliche Mitteilung, ich schätze den Entscheid der Gemeinde Dottikon sehr», sagte Stiftungsleiter Manfred Breitschmid auf Anfrage der az.

Er habe von Beginn an auf eine aussergerichtliche Lösung gehofft, betonte Breitschmid. Obwohl ein Gericht das Geld der St. Josef Stiftung zusprach, möchte Breitschmid einen gemeinsame Lösung anstreben: «Wir sind ganz sicher nicht an einem Streit mit Dottikon interessiert und wollen einen Kompromiss erarbeiten, welcher beiden Seiten dient und auch im Sinne des Verstorbenen ist.»

Geht es nach der Gemeinde Dottikon soll es bis zum Jahresende zu einem Annäherungsgespräch zwischen dem Gemeinderat und Vertretern der Stiftung kommen.

Beschwerde zu teuer und unsicher

Ein ehemaliger Dottiker vermachte sein gesamtes Vermögen bei seinem Tod der Gemeinde, vorausgesetzt, er wird dort begraben und erhält von Dottikon eine Gedenktafel aufgestellt.

Weil die Tafel zu spät aufgestellt wurde, sprach ein Gericht die Erbschaft dem Behindertenheim St. Josef in Bremgarten zu.

Eine Beschwerde beim Bundesgericht in Lausanne sei zu teuer und unsicher. «Die Sachlage ist sehr kompliziert, weswegen wir nach einer aussgerichtlichen Einigung streben», sagt Schaeren.

Dottikon muss Auflagen einhalten

Allerdings ist dem Gemeinderat noch nicht bekannt, um wie viel Geld es eigentlich geht. Die bisher erwähnte Zahl von 618 000 Franken stammt nämlich aus einer Steuerveranlagung des Verstorbenen von 2011.

Dies bestätigt auch Manfred Breitschmid von der St. Josef Stiftung. Ein Notariat klärt bis Ende Jahr ab, wie gross die Erbschaft tatsächlich ist.

Anders als das Kinderheim in Bremgarten kann die Gemeinde allerdings nicht frei über das Geld verfügen. Der Verstorbene wünschte nämlich, dass sein Erbe ausschliesslich für die Ausbildung armer Kinder verwendet werden darf.

Für die Suche nach berechtigten Institutionen muss die Gemeinde eine spezielle Kommission schaffen. «Trotz diesem Mehraufwand haben wir entschieden, das Erbe anzutreten», sagt Schaeren.