Einst kam der Kanton Aargau in der Statistik über die Pauschalbesteuerten gar nicht vor, war deren Zahl im Aargau doch buchstäblich an einer Hand abzuzählen. Als die az 2013 in der Debatte über eine Verschärfung der Bedingungen für Pauschalbesteuerte berichtete, zählte der Aargau immerhin bereits 16 von ihnen. Sie brachten jährliche Steuereinnahmen von 1,5 Millionen Franken, also knapp 94 000 Franken pro Pauschalbesteuerten. Vom Ertrag gingen und gehen übrigens je rund 40 Prozent an Kanton und Gemeinde, die restlichen 20 Prozent gehen an den Bund.

Seit 2013 hat sich einiges getan. Per Ende 2016 zählte der Aargau immerhin schon doppelt so viele Pauschalbesteuerte, nämlich 31. Sie lieferten 2,9 Millionen Franken Steuern ab. Der Ertrag pro Fall ist also etwa gleich geblieben. Laut Andreas Tschannen, stellvertretender Leiter des kantonalen Steueramts, ging der Trend auch im ersten Halbjahr 2017 leicht nach oben. Derzeit leben 35 Pauschalbesteuerte im Aargau.

Schweiz: Trend nach unten

Gesamtschweizerisch ist der Trend seit 2012, also seit der Debatte über die Verschärfung der Bedingungen, allerdings umgekehrt. Da sank deren Zahl. Per Ende 2016 waren in der Schweiz 5 046 Pauschalbesteuerte registriert, die zusammen einen stattlichen Steuerertrag von 767 Millionen Franken erbrachten. Die knapp 3 Millionen Franken Ertrag im Aargau, dem viertgrössten Schweizer Kanton, zeigen denn auch, dass die Bedeutung der Pauschalbesteuerung im Aargau vergleichsweise klein ist. Dass hier nicht die Reichsten leben, zeigt ein wei- terer Vergleich: Gesamtschweizerisch bezahlt ein Pauschalbesteuerter durchschnittlich 152 000 Franken, im Aargau sind es rund 93 000. Mit Abstand am meisten Pauschalbesteuerte leben übrigens in den Kantonen Waadt und Wallis (je über 1000). Gerade für den Tourismuskanton Wallis sind diese Einnahmen ein bedeutender Posten in den Kantons- und in vielen Gemeindefinanzen. Mehrere Kantone haben diese Besteuerungsart inzwischen allerdings abgeschafft, unter ihnen Zürich und die beiden Basel.

Zuzüger aus den Nachbarkantonen?

Dies führt unweigerlich zur Frage, ob der Zuwachs an Pauschalbesteuerten im Aargau vorab durch Zuzüge aus Nachbarkantonen besteht, in denen diese umstrittene Besteuerungsart abgeschafft worden ist. Andreas Tschannen verneint: «Es handelt sich zum grössten Teil um Zuzüger aus dem Ausland.»

Seit dem 1. Januar 2016 werden auf alle Neuzuzüger die neuen, verschärften gesetzlichen Vorschriften angewendet. Demnach ist eine Pauschalbesteuerung erst ab einem steuerbaren Einkommen von mindestens 400 000 Franken und einem steuerbaren Vermögen von mindestens 8 Millionen Franken möglich. Früher Zugezogene können ihre allenfalls tieferen Mindestansätze noch bis 31. Dezember 2020 beibehalten, aber so Tschannen: «Es handelt sich auch bei den früher Zugezogenen um Personen mit hohen Einkommens- und Vermögensverhältnissen.»