Leserwandern
Dieser Weg wurde mit Nagelschuhen und Holzsohlen zurückgelegt

Die 18. Etappe führte über den historischen Flösserweg von Laufenburg nach Hottwil. Das Laufen bekam während der Wanderung durchs Fricktal eine ganz andere Bedeutung.

Susanne Hörth
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Die Leserinnen und Leser freuten sich über schönes Wetter auf der 18. Etappe.
12 Bilder
In Laufenburg auf der alten Rheinbrücke
In der Kirche in Mettau
Grüne-Grossrätin Patricia Schreiber kühlt ihre Füsse
Fricktal, die Chriesiregion
Die Wanderer in Rheinsulz
Der Mettauertaler Gemeindepräsident Peter Weber erzählt über seine Gemeinde
Daniel Maurer (links) erzählt von der Flösserei
Chriesi ab dem Baum
Apero im Flösserhaus in Hottwil
Auf dem Zeltplatz in Wil mit schönster Aussicht auf die Landschaft
Auf der alten Laufenburger Rheinbrücke

Die Leserinnen und Leser freuten sich über schönes Wetter auf der 18. Etappe.

Eddy Schambron

Wandern ist auch Laufen. Und das taten die 95 Wanderer von Laufenburg bis Hottwil auch. Laufen bekam in „Laufen"burg auch noch eine weitere Bedeutung.

Bis die als Laufen bezeichneten Stromschnellen im Felsennest am Rhein mit dem Bau des Wasserkraftwerkes zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwanden, war die Flösserei eine wichtige Einnahmequelle für die Menschen.

„Flösserei gibt es seit der Römerzeit, die Hochblüte erlebte dieses Handwerk aber vor 160 Jahren", erklärte Daniel Maurer vom Verein Flösserweg und Jurapark-Landschaftsführer. Bis zu 3000 Flösse jährlich wurden von den Flösserknechten auf dem Flussweg von Stilli nach Laufenburg gebracht.

„Dann folgte der Fussmarsch, nicht selten gar zweimal am Tag, zurück nach Stilli." Mit Blick auf das leichte Wanderschuhwerk der Teilnehmer meinte er: „An den Füssen trugen sie damals schwere Nagelschuhe oder Schuhe mit Holzsohlen."

Sicherlich kein einfaches Laufen damals. Einfacher und geselliger war es für die gut gelaunte Wandergruppe, die bei schönstem Sonnenschein zuerst am Rheinufer bis Rheinsulz, dann zum Wald hinauf Richtung Mettauertal den Spuren der einstigen Flösserknechte folgten. "

Heute wird aus Plausch gelaufen, früher hat Laufen eine ganze andere Bedeutung. Viele Arbeitswege wurde zu Fuss zurückgelegt", betonte Daniel Maurer.

Informative Pausen

Auch freiwilliges und ganz aus Plauschgründen erfolgtes Laufen forderte. Die Sonne wärmte, machte durstig. So wurde der Aufforderung von Wanderleiterin Silvia Hochstrasser zu einer Trink- und Kulturpause bei der Kirche in Mettau gerne nachgekommen.

Daniel Maurer nutzte die Gelegenheit, die - wie er betonte - schönste Rokoko-Kirche im Fricktal den Wanderern näher vorzustellen. Ein weiteres Mal wurde der rund zwölf Kilometer lange Lauf in Wil bei Campingplatz für eine Verschnaufpause mit vielen Informationen zum Zeltplatz und auch zum Jurapark Aargau unterbrochen.

Auch der schönste Lauf endet einmal. Beim ehemaligen Schulhaus in Hottwil, kürzlich zur Herberge Flösserhaus umgebaut, wurde die Wandergesellschaft mit einem von der Gemeinde Mettauertal spendierten Apéro begrüsst.

Gemeindepräsident Peter Weber stellte seine Gemeinde, in der, wie er sagte, die Sonne immer scheint, etwas näher vor. Die grüne Grossrätin Patricia Schreiber freute sich über die schöne Wanderung.

Das Laufen war für sie an diesem Tag noch nicht fertig. Mit der Familie nahm sie kurz darauf noch den nahe gelegenen Perimukweg zum Cheisacherturm unter die Füsse. Alles im Fluss, alles im Lauf.