Bienen
Diesen Sommer sind die Bienen besonders gefährdet

Mit einem Aktionsplan und Blumenwiesen will der Bundesrat den Bienen helfen. Fritz Imhof vom Aargauer Bienenzüchterverband ist froh um jede Massnahme, macht sich aber keine Illusionen.

David Egger
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Keystone

Pestizide, Milben und die Ausdehnung des Siedlungsgebiets machen den Bienen das Leben schwer. Die Gesundheit der Bienen zum Ziel gesetzt hat sich der Bundesrat (az vom 22.05.). Bauern sollen finanziell belohnt werden, wenn sie Blumenwiesen belassen und so ihre Landwirtschaft weniger intensiv betreiben. Neben den Bienen profitieren davon auch Käfer und andere Kleintiere. Fritz Imhof vom Aargauer Bienenzüchterverband begrüsst den Entscheid des Bundesrats: «Ich bin froh um alles, was der Bund in diese Richtung unternimmt.»

Wenn Bauern mehr Blumenwiesen einfach belassen würden, schliesse das eine Nahrungslücke: «Den Bienen fehlt vor allem im Mai die Nahrung, wenn Apfelbäume, Raps und Löwenzahn bereits geblüht haben. Wegen der intensiven Landwirtschaft werden dann schon viele Wiesen gemäht.» Gemäss dem bundesrätlichen Massnahmenplan sind vor allem im Mittelland solche Flächen nötig, die die Biodiversität fördern. Denn hier sei die Landschaft besonders stark durch Ackerbau geprägt.

Fritz Imhof sagt: «Der richtige Zeitpunkt des Mähens sowie des Einsatzes von Pestiziden schont die Bienen. Auch der Verzicht auf schädliche Pflanzenschutzmittel hilft.»

«Bienenvölker brauchen viel mehr Pflege»

Der Schweizerische Dachverband der Bienenzüchter (Apisuisse) erarbeitet nun einen obligatorischen Fähigkeisausweis für die Imker und will so die Weiterbildung fördern. «Ein Bienenvolk braucht heute viel mehr Pflege. Das war vor 30 Jahren noch anders», erklärt Fritz Imhof vom Aargauer Bienenzüchterverband.

Zur Pflege gehört insbesondere die Bekämpfung der Milben. Diese schwächen die Bienen und machen sie anfälliger auf Pflanzenschutzmittel, die die Bauern spritzen. «Wegen der Milben werden die Bienen zum Teil flugunfähig», so Imhof. «Diesen Sommer könnte das Milbenproblem besonders gross werden, weil sich die Milben im milden Winter besser entwickeln konnten.»

Nicht alle Imker lassen sich kontrollieren

Doch wie können Konsumenten den Bienen helfen? «Beim Honigkauf sollte man darauf achten, dass der Honig das Gold-Gütesiegel vom schweizerischen Verband Apisuisse hat», sagt Fritz Imhof. Das Siegel verspricht «Qualitätshonig aus kontrollierter Produktion». Regelmässig schaut sich Apisuisse die Betriebsweise dieser Imker an - mittlerweile würden 20 bis 30 Prozent des produzierten Honigs das Siegel tragen. «Auch Bio-Honig kann ich empfehlen», sagt Imhof.