Martina Hoppler hat wieder allen Grund zum Lachen: Die Hundeschule aus dem Aarauer Scheibenschachen lebt weiter. Hoppler hat im letzten Moment einen Ersatzplatz gefunden, erst vor ein paar Tagen hat sie die Zusage bekommen. Die Erleichterung ist ihr anzuhören: «Mir ist ein gewaltiger Stein vom Herzen gefallen.»

Im März hatte es noch schlecht ausgeschaut, Hoppler war verzweifelt: Zwar hatte der Verein seit Jahren gewusst, dass die Parzelle neben dem alten Schützenhaus irgendwann überbaut wird. Aber als der Terminplan konkret wurde, war die Betroffenheit doch gross. «Wir haben inständig gehofft, dass es mit dem Bauprojekt länger geht und sich alles etwas verzögert», hatte Hoppler im März gesagt.

Das Problem: Das Stück Land in der Wöschnau, ihr «Traum-Grundstück» das sie in Aussicht gehabt hatte, war plötzlich besetzt: Die SBB hatten den Blätz für die Eppenberg-Baustelle gepachtet und stellten darauf ihre Maschinen ab. Hoppler befürchtete schon, auf ein deutlich kleineres Stück Land ausweichen zu müssen – und aus Platzgründen einem guten Teil ihrer 80 Mitglieder künden zu müssen.

Doch jetzt sieht die Welt wieder ganz anders aus – dank einer Portion Mut: «Ich habe bei den SBB angefragt, ob wir das Land nicht doch haben dürften», sagt Hoppler. Und die SBB willigten ein. «Sie haben mein Anliegen geprüft und mir mitgeteilt, dass sie das Land nicht zwingend brauchen.» Hoppler lacht. «Mein Traum geht also doch in Erfüllung.»

Im November wird geräumt

Der Platz in der Wöschnau ist etwas kleiner als der heutige, aber damit können die Hündeler gut leben. Denn der Platz bietet etwas, was sie nach der Zeit im Scheibenschachen schmerzlich vermisst hätten: ein Vereinslokal mit Platz für Poster, Hundeaccessoires und Pokale – und gemütliche Stunden unter seinesgleichen. «Das Stück Land gehört zu einem Bauernhof, der über einen Party-Raum verfügt, den wir brauchen dürfen», sagt Hoppler.

Noch ist nicht alles bis ins letzte Detail gefixt; die Mietpreis-Frage ist noch nicht geklärt, auch das Kursangebot steht noch nicht definitiv. Fest steht aber: Ende Oktober jagen die Hunde auf dem Trainingsplatz zum letzten Mal um die Slalomstangen.

Gemischte Gefühle: Das sagt die Aargauer Kantonstierärztin Erika Wunderlin zur Abschaffung der Kurspflicht für Hundehalter.

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Im November hat der Verein Zeit, das Lokal zu räumen. Im Januar plant die Ortsbürgergemeinde Aarau den Spatenstich für den Umbau des Schützenhauses und den Bau der drei Mehrfamilienhäuser, die im vierten Quartal 2018 bezugsbereit sein sollen. Im Februar will Hoppler zum ersten Mal in der Wöschnau trainieren – dann auch offiziell als Präsidentin des Vereins: Im Winter findet die Übergabe des Gründer-Ehepaars Ruth und Fritz Vogt an Martina Hoppler statt.

Viele Erinnerungen am alten Ort

Dem neuen Platz zum Trotz, ein bisschen Wehmut schwingt im Hinblick auf das Ende im Scheibenschachen doch mit. «Ein Abschied tut immer weh. Es sind auch schon Tränen geflossen», sagt Hoppler. Nach 20 Jahren würden halt wahnsinnig viele Erinnerungen am alten Ort hängen. «Aber wir werden uns am neuen Ort bestimmt gut einleben und uns rasch wohlfühlen. Da bin ich mir sicher.»