Neue Leiterin Asyl
Diese Luzernerin sucht künftig die Aargauer Asyl-Grossunterkünfte

Pia Maria Brugger Kalfidis mag den Aargauern unbekannt sein – auch wenn sie auf 2017 im heutigen Departement Hochuli die Leitung des Bereichs Asyl übernimmt. Im Kanton Luzern jedoch ist Brugger eine Frau mit Vergangenheit.

Jürg Krebs
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Pia Maria Brugger Kalfidis über ihre neue Aufgabe: "Spannend!"

Pia Maria Brugger Kalfidis über ihre neue Aufgabe: "Spannend!"

Zur Verfügung gestellt

Sie wurde als künftige Stadträtin von Luzern gehandelt und auch als deren Stadtschreiberin – Pia Maria Brugger Kalfidis. Doch die Zukunft der 54-Jährigen liegt im Kanton Aargau. Per Januar 2017 übernimmt sie in der Direktion von Susanne Hochuli die Leitung des Bereichs Asyl. Damit rückt Brugger Kalfidis in eine Schlüsselposition des kantonalen Sozialdienstes. Es ist aber auch eine konfliktbehaftete Position, führt man sich die Meinungsverschiedenheiten der vergangenen Jahre zwischen Gemeinden und Kanton im Bereich Flüchtlinge und Asyl vor Augen.

Brugger freut sich auf die Arbeit, wie sie auf Anfrage der az erklärt, bezeichnet die Aufgabe als "spannend". 35 Jahre habe sie im Kanton Luzern gewirkt, auf städtischer, regionaler und kantonaler Ebene. Sie freut sich deshalb auf das neue Umfeld, die neuen Personen, den neuen Kanton.

Pia Maria Brugger ist verheiratet und Mutter einer 12-jährigen Tochter.

Brugger kennt die entscheidenden Momente in der Beziehung zwischen Gemeinden und Kanton genau – und auch die Fallgruben. Kein Wunder: Brugger war fünf Jahre Schreiberin und zuletzt Geschäftsführerin der Gemeinde Ebikon (LU), bevor sie diese vor den Sommerferien verlassen hatte. Und sie sass während elf Jahren und bis 2010 für die CVP im Kantonsparlament. Weiter war Brugger während Jahren im Vorstand der Stadtluzerner CVP. Sie kennt daher Abläufe und politische Prozesse.

Abgang in Ebikon

Speziell sind die Umstände, die zur Kündigung von Brugger Kalfidis in Ebikon geführt haben. Der Gemeinderat erklärte im Juni 2016, die Zusammenarbeit sei im gegenseitigen Einvernehmen beendet worden. Darauf angesprochen sagt Brugger Kalfidis: "Es ging um unterschiedliche Vorstellungen bei Kompetenzen und Führungsfragen." Als sie Ebikon verlassen habe, sei die Aufbauarbeit für das CEO-Modell geleistet gewesen.

Für die Stelle als Stadtschreiberin hat sich Brugger übrigens nicht beworben. Aus zwei Gründen: Sie sei, erstens, in der CVP-internen Ausmarchung für die Ersatzwahl in die Stadtregierung knapp unterlegen. Wäre sie Stadtschreiberin geworden, dann wäre Bruggers Gegnerin ihre politische Chefin geworden - für beide keine ideale Situation. Und zweitens habe sie die ausserkantonale Aufgabe im Asylbereich favorisiert.

Reorganisation im Sozialdienst

Mit Brugger beginnt auch offiziell die Zeitrechnung der neuen Unterabteilung Asyl in der Direktion Hochuli. Sie ist die Folge der Reorganisation im Kantonalen Sozialdienst. Gemäss dessen Leiter, Stefan Ziegler, wird mit Brugger die strategische und operative Führung gestärkt. Und: "Gleichzeitig werden Voraussetzungen geschaffen, um insbesondere das Projekt Kantonale Grossunterkünfte im Asylbereich erfolgreich umsetzen zu können."

Asylmöbel-Affaire

Bruggers Vorgänger, Roland Juen, hatte Anfang 2016 im Rahmen der kroatischen Asylmöbel-Affäre gekündigt. Es ging um den Vorwurf der Vetternwirtschaft bei der Beschaffung von Mobiliar für Asylunterkünfte. Das Klima in der Direktion Hochuli schien vergiftet, die Reorganisation war intern umstritten. Roland Juen wollte sie offenbar nicht mittragen und verliess die Direktion.

Diese Lieferung aus Kroatien löste die Affäre aus:

Diese Möbel für das Asylheim werden aus Kroatien angeliefert
3 Bilder
Diese Möbel für das Asylheim werden aus Kroatien angeliefert.
Diese Möbel für das Asylheim werden aus Kroatien angeliefert.

Diese Möbel für das Asylheim werden aus Kroatien angeliefert

Fabio Vonarburg

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