Rupperswil
Diese Frau leitet die Ermittlungen im rätselhaften Vierfachmord

Die Ermittlungen im Vierfachmord von Rupperswil leitet eine Frau: Staatsanwältin Barbara Loppacher (41). Sie wird am Donnerstagnachmittag über den Untersuchungsstand informieren. Und sie ist keine Unbekannte.

Jürg Krebs
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Barbara Loppacher.

Barbara Loppacher.

Andrea Weibel

Bislang arbeitete sie im Hintergrund: Staatsanwältin Barbara Loppacher. Um 14 Uhr jedoch, tritt sie ins Rampenlicht. Dann nämlich will die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau über den Stand der Ermittlungen im Fall des rätselhaften Vierfachmords von Rupperswil informieren. Die Ermittlungen leitet Loppacher, wie aus der Einladung zur Medienkonferenz klar wird.

Die 41-jährige ist keine Unbekannte. Vor wenigen Jahren stand sie im Zentrum von Mobbingvorwürfen (sogenannte «Büsi»-Affäre). Drei Staatsanwältinnen der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau liessen sich damals im Streit mit ihrer Chefin versetzen oder krankschreiben.

Regierungsrat Urs Hofmann erklärte die Angelegenheit daraufhin zur Chefsache und liess sie untersuchen. Das Fazit: Die Krise existiert nicht, oder zumindest nicht in einem besorgniserregenden Ausmass. Das stellte das beauftragte Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung Iafob aus Zürich fest. Psychologen hatten 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Loppacher selbst befragt.

TeleM1 überträgt die Medienkonferenz live. Zudem Liveticker

Die az wird live vor Ort berichten, auf Tele M1 läuft ab 13.50 Uhr eine Sondersendung.

Verfolgen Sie auch unseren Live-Ticker.

Die Analyse des Psychologen Oliver Strohm stellt der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau ein gutes Zeugnis aus. «Die grosse Mehrheit der Mitarbeitenden bejaht die Frage, ob die Leiterin (. . .) die richtige Führung darstellt», heisst es etwa im Bericht. Die Befragten konnten Barbara Loppacher eine Note zwischen 1 und 5 geben, der Schnitt beträgt 4,3.

Erst kürzlich wies das Verwaltungsgericht die Mobbing-Vorwürfe der ehemaligen Lenzburger Staatsanwältin Christina Zumsteg gegen ihre Ex-Chefin Barbara Loppacher zurück. Sie sind laut den Richtern nicht erwiesen.

Kriminaltechniker haben am Dienstag den Tatort im Spitzbirrli-Quartier nochmals untersucht.RALPH DONGHI/blick

Kriminaltechniker haben am Dienstag den Tatort im Spitzbirrli-Quartier nochmals untersucht.RALPH DONGHI/blick

FOTO RALPH DONGHI
Carla Schauer während ihres Barbezugs am Schalter in der AKB-Filiale in Wildegg am Montagmorgen, 21. Dezember 2015. Geld hob sie zuvor um 9.50 Uhr bei einem Bankomaten der Hypothekarbank Lenzburg in Rupperswil ab. Dabei wurde sie von einer Kamera gefilmt.
23 Bilder
So wurde die schreckliche Tat entdeckt: In einem Doppel-Einfamilienhaus stiessen Feuerwehrleute bei einem Brand am 21. Dezember 2015 auf vier Leichname.
Bei den Opfern handelt es sich um Carla Schauer (†48), ihre beiden Söhne (†13 und †19) sowie die Freundin des älteren Sohnes (†21). Dieses Bild vor dem Haus der Opfer wurde zirka 9 Tage nach der Tat aufgenommen.
Carla Schauer am Bancomaten in Rupperswil am Tag ihrer Ermordung. Sie hob hier am Tatmorgen 1000 Euro in 100er-Noten ab.
Die Filiale der Hypothekarbank Lenzburg in Rupperswil im Gebäude rechts hinten, etwas vom Baum verdeckt.
Die Lenzhardstrasse in Rupperswil, wo die Familie Schauer wohnte.
Die Feuerwehr rückte am Tattag um 11.20 Uhr wegen des Brands zum Haus an der Lenzhardstrasse aus.
Einsatzkräfte fanden im Haus die vier verkohlten Opfer. Sie wiesen alle Stich- oder Schnittverletzungen auf.
Roland Pfister, Medienchef der Kantonspolizei Aargau, informiert Medienschaffende nach der Tat.
Der Tattag: Ein Grossaufgebot von Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften ist vor Ort.
Das Grossaufgebot von Polizei und Feuerwehr lockt auch zahlreiche Anwohner an.
Vor Ort stehen Spezialisten der Polizei, Rechtsmediziner und Vertreter der Staatsanwaltschaft im Einsatz.
Ermittler bei der Arbeit: Sie sichern Spuren im und vor dem Haus.
Für die Ermittler ist Knochenarbeit angesagt: Ein Polizist leuchtet in einen Schacht.
Auch das Care-Team Aargau ist vor Ort.
Das Quartier, in dem das Verbrechen geschah.
In der linken Doppelhaushälfte kam es zu den vier Tötungsdelikten.
Schüler und Anwohner stellen, als das Ausmass des Verbrechens klar wird, vor dem Haus Kerzen auf.
Schüler und Anwohner stellen, als das Ausmass des Verbrechens klar wird, vor dem Haus Kerzen auf.
Zwischen den Kernen befinden sich persönliche Abschiedsbotschaften.
Blick auf das Dorfzentrum von Rupperswil.
Flugblatt statt Facebook: Die Polizei sucht direkt in Rupperswil nach Personen, die Auskunft zur Bluttat mit vier Toten geben können.
Neun Tage nach der Tat stehen nach wie vor viele Kerzen vor dem Haus der Opfer.

Carla Schauer während ihres Barbezugs am Schalter in der AKB-Filiale in Wildegg am Montagmorgen, 21. Dezember 2015. Geld hob sie zuvor um 9.50 Uhr bei einem Bankomaten der Hypothekarbank Lenzburg in Rupperswil ab. Dabei wurde sie von einer Kamera gefilmt.

Kapo AG