Sie gehören zur absoluten Elite der Schweizer Gymnasiasten: Jana Meier, Florin Kalberer und Michelle Knecht. Die drei setzten sich bei der diesjährigen Biologie-Olympiade gegen Konkurrentinnen und Konkurrenten aus der ganzen Schweiz durch und gewannen die Goldmedaille.

Meier und Knecht besuchen die Kantonsschule Wettingen, Kalberer die neue Kantonsschule Aarau. Insgesamt wurden vier Goldmedaillen vergeben. Die vierte gewann Henry Wetton, der die Kantonsschule Limmattal besucht.

Die vier Schüler haben sich ihren Sieg hart erarbeitet. Wer bei der Biologie-Olympiade mitmacht, muss zuerst eine Prüfung mit rund 60 Fragen lösen.

Das sind die Aargauer Biologie-Asse:

Die besten 80 Schüler dürfen an einer Vorbereitungswoche teilnehmen, wo sie sich mit Lernstoff beschäftigen, der über den üblichen Schulstoff hinausgeht.  Danach schreiben sie eine weitere Prüfung, und rund ein Drittel von ihnen schafft es in die Finalwoche.

In der diesjährigen Finalwoche wurden sie gefordert: In den Labors der Universität Bern waren sie mit kniffligen Aufgaben konfrontiert.

Zum Beispiel veränderten sie ein Gen in Bakterien so, dass diese sich pink, orange und violett verfärbten. Mit dieser Methode arbeiten Forscher häufig, wenn sie Prozesse in den Körperzellen untersuchen wollen.  

Meier, Kalberer und Knecht schafften es dabei, aus der Masse der Schüler herauszustechen. Zur Belohnung dürfen sie im Sommer in den Iran reisen, wo sie am internationalen Finale teilnehmen.

Aktive Kantonsschulen

Dass die Aargauer so erfolgreich sind an der Wissenschafts-Olympiade ist kein Zufall. Das sagt Paul Zübli, Rektor der Kantonsschule Wettingen. «Die Wettkämpfe haben im Aargau Tradition, einige Schüler nehmen sogar mehrmals daran teil.»

Neben der Kantonsschule Wettingen schickte auch die alte Kantonsschule Aarau, die Kantonsschule Wohlen und die Kantonsschule Baden Schüler an die Wissenschafts-Olympiade.

Zusätzlich zu der Disziplin Biologie gibt es  Wettbewerbe in Mathematik, Chemie, Geographie, Informatik, Physik, Philosophie und Robotik.

«Die Lehrer im Kanton Aargau sind sensibilisert und bereit, talentierte Schüler zu fördern», so Zübli. Einmal pro Woche nehmen sie sich im Schnitt Zeit, um mit interessierten Schülern zu lernen.

Zübli schätzt die Möglichkeiten, die sich den Schülern dank der Wettkämpfe öffnen: «Sie lernen andere Schüler kennen, die sich mit demselben Fachgebiet beschäftigen.»

Ausserdem würden die Schüler lernen, aus ihren üblichen Denkmustern auszubrechen.«Es geht nicht mehr darum, etwas auswendig zu lernen. Sondern es braucht kreative Lösungsansätze, um die offenen Fragen zu beantworten.»

Der Rektor gibt sich Mühe, diesen Spirit an der Kantonsschule Wettingen zu fördern. «Wir wollen den Schülern zeigen, dass sie Leistung lohnt.» Deshalb werden erfolgreiche Schüler wie Jana Meier und Michelle Knecht gute einmal pro Jahr geehrt.  

Zübli: «Wir wollen, dass gute Schüler nicht als Streber gelten. Sondern als coole Leute, die ihren Interessen nachgehen und damit etwas erreichen.»

Würden Sie es schaffen? Das sind die ersten drei Fragen der letztjährigen Vorprüfung. 

Fragen Vorprüfung Biologie-Olympiade