Grossratswahlen
Diese Aargauer Grossräte treten im Herbst nicht mehr zur Wahl an

Jeder siebte Grossrat und jede siebte Grossrätin verzichtet darauf, am kommenden 21. Oktober für die Wiederwahl ins Kantonsparlament zu kandidieren – bislang sind es vier Frauen und 16 Männer.

Mathias Küng
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Ernst Moser (1946), Landwirt, Würenlos/SVP. Grossrat seit 1996, Mitglied der Geschäftsprüfungskommission (GPK), Gemeinderat «Mit 66 Jahren ist es Zeit, der jüngeren Generation Platz zu machen, also jener Generation, die noch länger die Folgen und die Verantwortung für die politischen Entscheide tragen muss!»
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Brunette Lüscher (1945), Hausfrau, Magden/SVP, Grossrätin seit 2004. Gemeindeammann, Präsidentin Kommission öffentliche Sicherheit Familiäre Gründe erfordern vermehrte Betreuungsaufgaben zu Hause. Dies hat mich dazu bewogen, auf eine erneute Kandidatur zu verzichten. Das Amt als Gemeindeammann werde ich mindestens bis Ende der Legislatur innehaben und mich zu gegebener Zeit über die weitere Zukunft entscheiden.»
Beat Unternährer (1942), Unternehmensberater, Unterentfelden/SVP. Grossrat seit 2001, führender Bildungspolitiker. Mitglied Kommission Bildung, Kultur und Sport «Nach 12 Jahren intensiver Tätigkeit in der kantonalen Politik, in der Parteileitung und als Bildungspolitiker möchte ich Jüngeren Platz machen.»
Kurt Rüegger (1953), Kaufmann/Transportunternehmer, Rothrist/SVP. Grossrat seit 1991, Mitglied der Kommission Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) Rüegger sagt, er hätte seinerzeit bei der ersten Wahl nie gedacht, dass er so lange im Grossen Rat bleiben werde. 22 Jahre reichten aber, es sei Zeit für junge Kräfte.
Dieser Aargauer Grossräte treten im Herbst nicht mehr an
Christian Sprenger (1974), Projektleiter, Hendschiken/BDP. Grossrat seit 2009, Mitglied der CVP-BDP-Fraktion, stellvertretendes Mitglied der Kommission Volkswirtschaft und Abgaben und der Geschäftsprüfungskommission (GPK) Sprenger macht für das Nichtwiederantreten im Herbst einerseits berufliche Gründe geltend, andererseits gibt es familiären Zuwachs, für welchen er da sein möchte.
Jürg Stüssi (1954), Chef Bibliothek am Guisanplatz, Bern, Dr. phil. Historiker, Windisch/SVP. Grossrat seit 2003 «Demokratische Gegenmittel sind einerseits die Gewaltentrennung, andererseits der Wechsel der Verantwortungsträger.»
Oliver Flury (1970), dipl. Ing. ETH/pat. Ing. Geometer, Lenzburg/SVP, Grossrat seit 2001, Mitglied Kommission Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) «Ich trete in den kommenden Grossratswahlen nicht mehr an, um mich noch intensiver auf die Führung der Familienfirmen konzentrieren zu können.»
Erwin Meier (1957), Unternehmer, Niederwil/SVP «Es war ein Vernunftsentscheid.»
Gregor Biffiger (1961), lic. iur./Unternehmer, Berikon/SVP. Grossrat seit 2001. Mitglied Kommission Aufgabenplanung und Finanzen In 12 Jahren Grossrat mussten Familie und Unternehmung oft hinten anstehen. Jetzt will er Platz machen für die nachrückende Generation auf der SVP-Liste. Er bleibt Ortsparteipräsident und im Vorstand der Bezirkspartei.
Roger Fricker (1967), Buschauffeur, Gärtner, Oberhof/SVP. Mitglied Kommission Allgemeine Verwaltung Dass er nicht mehr antritt, ist seit April bekannt. Er konzentriert sich nach fünf Amtsperioden im Grossen Rat auf seine Arbeit im Bezirksparteivorstand, im Kantonalvorstand, Zentralvorstand der SVP Schweiz und als Gemeindeammann von Oberhof.
Rita Boeck (1963), Lehrerin, Brugg/SP. Grossrätin seit 2008 und Mitglied der Kommission Allgemeine Verwaltung. Sie tritt aus dem Grossen Rat zurück, weil sie das Fraktionspräsidium der Einwohnerratsfraktion der SP in Brugg übernommen hat und dafür und für die Lokalpolitik genügend Zeit haben möchte.
Heinrich Schöni (1943), eidg. dipl. Buchhalter im Ruhestand, Oftringen/SP. Seit 2000 im Grossen Rat, war 2007/08 Grossratspräsident. Er präsidiert die Kommission Aufgabenplanung und Finanzen 2013 wird er 70, damit sei für ihn die Limite erreicht. Wie im Grossen Rat erfüllt er auch als Gemeinderat in Oftringen die Legislatur. (
Marcel Guignard (1949), Fürsprecher, Aarau/FDP. Seit 1993 im Grossen Rat Der Freisinnige Guignard ist Mitglied der Kommission Aufgabenplanung und Finanzen. Guignard hört 2014 auch als Stadtammann von Aarau auf.
Lothar Brünisholz (1941), pens. Zugchef SBB, Zofingen/S. Grossrat seit 2001 «12 Jahre sind genug! Ich werde 2013 72-jährig und habe dann 32 Jahre politisiert.»
Kurt Wiederkehr (1951), Dipl. Ing. ETH/Energiewirtschafter, Baden/CVP. Im Grossen Rat seit 2007, Seine politischen Schwerpunktthemen sind: Energie, Verkehr, Bildung, Kultur. Schon per Ende 2011 ist er als Stadtrat von Baden zurückgetreten. Er hat die Geschicke der Stadt 33 Jahre mitgeprägt.
Andreas Brunner (1948), Apotheker, Oberentfelden/CVP. Mitglied des Grossen Rates seit 1993 und Mitglied der Kommission Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung Brunners politische Schwerpunkte sind: Finanzen, Verkehr, Energie.
Bettina Ochsner (1948), Treuhänderin, Oberlunkhofen/FDP. Sie war 12 Jahre Grossrätin.itglied der Kommission Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung. Ihr Rücktritt erfolgt nach 20 intensiven Jahren in der Politik. Sie behält kleinere Mandate, z. B. Delegierte der FDP Schweiz.
Jörg Villiger (1963), Förster, Aarburg/Grüne. Seit 2009 im Grossen Rat und Mitglied der Kommission öffentliche Sicherheit. Er hört aus zeitlichen Gründen nach einer Legislatur in der kantonalen Legislative auf, um sich wieder mehr seiner Familie mit vier Kindern widmen zu können.

Ernst Moser (1946), Landwirt, Würenlos/SVP. Grossrat seit 1996, Mitglied der Geschäftsprüfungskommission (GPK), Gemeinderat «Mit 66 Jahren ist es Zeit, der jüngeren Generation Platz zu machen, also jener Generation, die noch länger die Folgen und die Verantwortung für die politischen Entscheide tragen muss!»

AZ

Nach heutigem Wissensstand treten 20 der 140 amtierenden Grossrätinnen und Grossräte nicht mehr zur Wiederwahl an.

Bereits im Mai haben wir 12 Verzichte gemeldet. Es waren dies: Marcel Guignard/FDP, Aarau; Bettina Ochser/FDP, Oberlunkhofen; Barbara Roth/SP, Erlinsbach (sie hat ihr Mandat inzwischen aufgrund einer neuen Aufgabe bereits abgegeben), Heinrich Schöni/SP, Oftringen; Lothar Brünisholz/SP, Zofingen; Rita Boeck/SP, Brugg; Jörg Villiger/Grüne, Aarburg; Roger Fricker/SVP, Oberhof; Gregor Biffiger/SVP, Berikon; Erwin Meier/SVP, Niederwil; Andreas Brunner/CVP, Oberentfelden; Kurt Wiederkehr/CVP, Baden.

Ein Termin jagt den nächsten

Heute publizieren wir weitere acht Namen. Die Fraktionspräsidenten der Parteien sowie die Kleinparteien (EDU, SD, SLB) rechnen nicht mit weiteren. Definitiv ist diese Liste aber erst am 30. Juli. Dann nämlich ist letzte Abgabefrist bei der Staatskanzlei für die Einreichung der Wahlvorschläge für die Grossratswahlen.

Bis dann müssen die Parteien erklären, ob sie dem Versand eigenes Werbematerial beilegen wollen. Gleichentags ist auch die Abgabefrist für ein Musterexemplar des Flugblatts für die Grossratswahlen.

Und schon am 6. August winkt der nächste Termin. Bis dann müssen Bereinigungen/Änderungen an den Wahlvorschlägen erfolgen.

Definitive Listen am 17. August

Am 17. August werden die definitiven Listen im Amtsblatt online publiziert. Eine Partei, die ihre Wahlpropaganda nicht bis 21. August abliefert, dürfte bei den Wahlen ein Beachtungsproblem haben.

Ungeduldig werden die Parteien den 27. August herbeisehnen: ab dann dürfen sie plakatieren. 2009 wurde Werbung für 939 Kandidierende gemacht. Diesmal dürfte die 1000er-Schwelle erstmals überschritten werden. Die Wahlberechtigten erhalten ihre Couverts spätestens am 11. Oktober. Gewählt wird am 21. Oktober.

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