Statistik
Diese Aargauer Gemeinde ist die Hochburg der Pensionierten

Olsberg weist kantonsweit den höchsten Altersquotienten auf – besonders viele Junge leben in Oberhof.

Thomas Wehrli
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Olsberg liegt doppelt in Führung: Die 360-Seelen-Gemeinde hat den höchsten Altersquotienten und den niedrigsten Jugendquotienten im Fricktal.Archiv

Olsberg liegt doppelt in Führung: Die 360-Seelen-Gemeinde hat den höchsten Altersquotienten und den niedrigsten Jugendquotienten im Fricktal.Archiv

Zwei «O» sind die Fricktaler Rekordhalter: Oberhof ist die Gemeinde in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden mit dem höchsten Jugendquotienten, Olsberg jene mit dem höchsten Altersquotienten. Dies ergibt eine Auswertung der AZ aus den Daten des statistischen Amtes.

Mit einem Jugendquotienten von 41,46 Prozent verweist Oberhof die beiden Verfolger Magden (37,24) und Herznach (37,01) klar auf die Plätze (siehe Tabelle). Der Jugendquotient besagt, wie hoch der Anteil der unter 20-Jährigen an der Anzahl 20- bis 64-Jährigen ist. Kantonsweit kommt Oberhof damit auf Rang vier. Nur Auw, Tägerig und Besenbüren weisen einen höheren Wert auf. Generell gilt: Der Jugendquotient ist da höher, wo es noch Bauland hat. Denn das lockt junge Familien an.

Eine Bauland-Oase muss demnach das Freiamt sein: Dei beiden Bezirke Muri (35,79) und Bremgarten (33,40) führen das Bezirks-Jugend-Rating klar an. Der Bezirk Laufenburg liegt mit einem Jugendquotienten von 32,66 Prozent im vorderen Mittelfeld, der Bezirk Rheinfelden trägt mit einem solchen von 31,41 Prozent die rote Laterne.

Kleiner Trost: Kantonsweit liegt der Quotient auch nur bei 32,5 Prozent. Das ist wenig, wenn man es mit früher vergleicht. Vor 20 Jahren lag der Jugendquotient noch bei 39,5 Prozent, 1972 gar bei 59,8 Prozent. «Als Folge von kleineren Geburtsüberschüssen und der steigenden Lebenserwartung zeigt sich seit den frühen 70er-Jahren eine deutliche Verschiebung der Altersstruktur hin zu den höheren Altersklassen», bilanzierte der Kanton bei der Publikation der Bevölkerungsstatistik 2017.

Diese Verschiebung spiegelt sich in einem höheren Alterquotient wider. Damit wird der Anteil der über 65-Jährigen an der Anzahl der 20- bis 64-Jährigen angegeben. Und diese Verschiebung ist immens. 1972 lag der Altersquotient bei 17,6 Prozent. Auf einen Pensionierten kamen also 5,7 erwachsene Erwerbstätige. Heute liegt der Quotient kantonsweit bei 27,9 Prozent. Auf einen Pensionierten kommen also nur noch 3,6 erwachsene Berufstätige.

Ein Traum wäre schon das, dürfte der eine oder andere nun raunen. Denn in vielen Gemeinden ist das Verhältnis zwischen Berufstätigen und Rentnern noch viel dramatischer. Spitzenreiter in Sachen dritter versus zweiten Lebensabschnitt ist Olsberg – und das kantonsweit. Mit einem Altersquotienten von 48,31 Prozent liegt es fast acht Prozent vor der Aargauer Alters-Nummer zwei, Widen. Das heisst: In Olsberg kommen auf einen Rentner nur gerade 2,1 erwerbstätige Erwachsene. Und auch beim Gesamtvergleich – also dem Verhältnis zwischen Rentnern und Nicht-Rentnern – belegt Olsberg mit 27,86 Prozent vor Mönthal und Birrwil den kantonalen Topwert.

Mit einem Abstand von gut zehn Prozent auf Spitzenreiter Olsberg folgt in Sachen Altersquotienten im Fricktaler Derby Wegenstetten auf Rang 2. Bronze geht an Gansingen mit einem Quotienten von 35,14 Prozent. Bezirksmässig weist Kulm mit 31,10 Prozent den höchsten Altersquotienten auf. Die beiden Fricktaler Bezirke liegen mit 28,66 (Rheinfelden) und 27,57 Prozent (Laufenburg) im Mittelfeld.

Kein Spitzenresultat

Auf der anderen Seite der Alters-Skala liegt – neu, nicht etwa Oberhof. Dies wäre zwar naheliegend und Oberhof rangiert beim Altersquotienten mit 21,68 Prozent auch an drittletzter – oder, je nach Perspektive, drittvorderster Stelle. Einen noch tieferen Quotienten haben aber Ueken (21,65) und Wittnau (21,44). Kantonsweit reicht dies allerdings bei weitem nicht für eine Topplatzierung. Den tiefsten Altersquotienten im Aargau hat Geltwil mit 13,29 Prozent. Wittnau folgt als erste Fricktaler Gemeinde auf Platz 25.

Auffallend ist bei beiden Quotienten, also sowohl dem Alters- als auch dem Jugendquotienten, dass die Spitzen- und Schlusslichter vorab von kleineren Gemeinden etwas abseits von den Zentren gehalten werden. Die grossen Zentrumsgemeinden finden sich im Mittelfeld. Beim Altersquotient belegt Rheinfelden Platz 9, Kaiseraugst Rang 11, Frick Rang 13 und Möhlin Rang 18. Beim Jugendquotienten findet man Möhlin auf Rang 8, Frick auf Rang 15, Kaiseraugst direkt dahinter und Rheinfelden auf Rang 27. In der grössten Fricktaler Gemeinde kommen 2381 unter 20-Jährige auf 8461 20- bis 64-Jährige. Das heisst: Auf einen Pensionierten kommen 3,6 erwachsene Erwerbstätige.