Suchtberatung

Die Zukunft der Suchtberatung im Aargau steht auf dem Prüfstand

Wie geht es weiter mit der Suchtberatung im Kanton Aargau?

Wie geht es weiter mit der Suchtberatung im Kanton Aargau?

Wie weiter mit der institutionellen Suchtberatung im Kanton Aargau? Verschiedene Varianten sind in Abklärung, sogar eine Integrationslösung steht zur Diskussion. Eine Empfehlung von Seiten einer Arbeitsgruppe gibt es noch nicht.

Eine Konzeptgruppe mit Vertretern des Departements Gesundheit und Soziales (DGS), der psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) und der beiden Trägerschaften der ambulanten Suchtberatung (Aargauische Stiftung für Suchthilfe ags sowie Beratungszentrum Bezirk Baden BZB), prüfte Varianten einer künftigen Angebotsstruktur der instituionellen Suchtberatung. Darunter auch eine Zusammenführung der Angebote der ambulanten Suchtberatung mit den PDAG.

Ansichten diametral verschieden

Die Diskussionen in der Gruppe förderten unterschiedliche Präferenzen zutage. «Die direkt betroffenen Organisationen haben in grundlegenden Fragen diametral unterschiedliche Meinungen über Struktur und Organisationsform», heisst es im Schlussbericht, der bereits seit November vorliegt - und diese hätten sich auch während des Projektes nicht verändert.

Dennoch dementiert Balz Bruder, Mediensprecher des DGS, dass eine der im Bericht der Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Varianten gescheitert ist. Dies hatte das Regionaljournal von Radio SRF vermeldet. «Diese entspricht nicht den Tatsachen», so Bruder.

Im Schlussbericht wird jedoch deutlich, dass in der Frage, ob in der heutigen Organisationsform der ambulanten Suchtberatung die medizinisch-psychiatrischen Beeinträchtigungen der abhängigen Menschen rechtzeitig erkannt und behandelt werden, unterschiedliche Einschätzungen bestehen.

Die ags ist überzeugt, dass dies gewährleistet ist. «Die Vertreter der PDAG befürchten hingegen, dass häufig die psychiatrischen Anteile der Suchterkrankung zum Teil zu wenig schnell erkannt werden und deshalb nicht oder zu spät behandelt werden», heisst es.

Betriebskosten werden ermittelt

Eine Empfehlung gab die Arbeitsgruppe letztlich nicht ab, sie zeigte nur unterschiedliche Varianten auf. Während die PDAG die Integration der ambulanten Suchtberatung in die PDAG favorisiert, bevorzugen ags und BZB die Variante «Differenzierung» und sind zu einer verbindlicheren Zusammenarbeit mit den medizinischen und psychiatrischen Leistungsanbietern und zu einer schrittweisen Intensivierung der institutionellen Zusammenarbeit bereit.

«Derzeit wird im Auftrag des Departementes die Umsetzung der Variante Differenzierung von den betroffenen Trägerschaften ags, BZB und PDAG gemeinsam überprüft», erläutert Balz Bruder. Parallel dazu ermittle eine externe Fachorganisation die zu erwartenden Betriebskosten einer Integrationslösung.

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