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Die Zugehende Demenzberatung hat ein offenes Ohr für Angehörige

Eine Demenzerkrankung kann eine Belastung für die Angehörigen werden.

Eine Demenzerkrankung kann eine Belastung für die Angehörigen werden.

Die Zugehende Demenzberatung bietet Angehörigen Hilfe und Ratschläge für den Alltag. Auch Therese Bachofen, die sich seit 7 Jahren um ihren Mann kümmert, nutzt das Angebot.

9025 Personen sind im Kanton Aargau an Demenz erkrankt. Das zeigen die neusten Zahlen aus dem Jahr 2020. Einer davon ist Werner Bachofen aus Rothrist. Vor sieben Jahren hat seine Ehefrau Therese die ersten Anzeichen entdeckt.

Mittlerweile ist die Krankheit schon weit fortgeschritten. Noch immer aber betreut die ehemalige SVP-Grossrätin ihren Mann zu Hause. Seit letztem Herbst besucht er zwei Mal pro Woche eine Tagesstätte in der Nähe ihres Wohnorts Rothrist, damit sie etwas mehr Zeit für sich hat und sich erholen kann.

Die sieben Jahre der Demenzerkrankung waren für Werner und vor allem auch für sein Umfeld ein langer Weg, der geprägt war von vielen Hochs und Tiefs und vielen Veränderungen. Eine Konstante auf dem Weg von Therese Bachofen und ihrem Mann war Annemarie Rothenbühler. Sie ist Beraterin bei der Zugehenden Demenzberatung und betreut Therese Bachofen und ihren Mann seit Beginn der Krankheit.

«Dass ich bei der zugehenden Demenzberatung um Hilfe gefragt habe, war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte», blickt Therese Bachofen zurück. «Natürlich hat es mir auch geholfen, wenn ich mit Ärzten ­oder anderen Fachpersonen sprechen konnte. Aber Frau Rothenbühler war einfach immer für mich da. Es gibt immer wieder Situationen, in denen ich überfordert bin. Und genau dann kann sie mir helfen. Sie gibt mir immer das Gefühl, dass sie mich versteht und hat stets ein offenes Ohr. Das ist extrem viel wert.»

Annemarie Rothenbühler arbeitet gemeinsam mit Marianne Candreia und Julia Kiefer für die Zugehende Demenzberatung. Das Team bietet seine Beratungen sowohl telefonisch und per E-Mail als auch auf allen Beratungsstellen von Pro Senectute Aargau und bei den Betroffenen zu Hause an. «Wir liefern allen Personen und Institutionen, die im Kontakt mit Demenzpatienten stehen, die nötigen Informationen. Wir geben auch Tipps, wie der Alltag zu meistern ist, und helfen bei der Suche nach geeigneten Unterstützungs- und Entlastungsangeboten für Angehörige», erklärt Julia Kiefer.

Beratungen richten sich nach den Bedürfnissen

Jeder Fall einer Demenzerkrankung ist anders. Und deshalb ist auch das Angebot der Zugehenden Demenzberatung Aargau individuell wählbar. «Es gibt bei uns keinen klassischen Ablauf einer Beratung», sagt Julia Kiefer. «Auch in Bezug auf die Häufigkeit der Beratungen richten wir uns ganz nach den Bedürfnissen der involvierten Personen.»

Auch Therese Bachofen hat die Beratung von Annemarie Rothenbühler auf ganz unterschiedliche Art und Weise in Anspruch genommen. «Wir hatten immer Kontakt. Aber es gab Phasen, da reichte eine E-Mail. Dann waren aber wieder regelmässige Treffen notwendig», erzählt sie. «Auf diese Weise ist es Frau Rothenbühler immer gelungen, mich aufzufangen. Dank ihr habe ich gelernt zu akzeptieren, dass Demenz eine Krankheit ist, die sich laufend verändert.» (fba)

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