Grossratswahlen

Die Wahlbeteiligung könnte tiefer sinken – die Aargauer sind offenbar wahlmüde

Die Wahlbeteiligung für die Wahlen vom Sonntag könnte tief ausfallen.

Die Wahlbeteiligung für die Wahlen vom Sonntag könnte tief ausfallen.

Die Wahlbeteiligung bei kantonalen Wahlen ist regelmässig tief. Eine Umfrage in den Gemeinden zeigt, dass sie dieses Jahr tiefer ausfallen könnte. Das hat mehrere Gründe.

55 Prozent der stimmberechtigten Aargauerinnen und Aargauer gingen Ende September an die Urne. Oder haben ihre Couverts abgeschickt. Die Kampfjets, der Vaterschaftsurlaub und die anderen Vorlagen trieben die Stimmbeteiligung in die Höhe.

Nun steht bereits der nächste politische Akt an. Es ist einer, der nicht minder wichtig ist. So könnte man zumindest meinen. Am Sonntag wählen die Aargauerinnen und Aargauer ihr Parlament neu; also diejenigen Menschen, welche die nächsten vier Jahre die Gesetze im Kanton machen werden. Und die Regierung wird neu gewählt. Dort stellt sich mitunter die Frage, ob auch weiterhin keine einzige Frau in der Kantonsregierung mitreden soll. Trotzdem: Die Wahlbeteiligung ist bei den kantonalen Wahlen erfahrungsgemäss tief. 2016 betrug sie 33 Prozent, 2012 32 Prozent.

Und kommenden Sonntag könnte sie sogar noch tiefer ausfallen. Dies zeigt eine Umfrage bei verschiedenen Gemeinden kurz vor den Wahlen. So haben Stand Dienstag in Wettingen 19 Prozent der Wahlberechtigten ihren Wahlzettel abgegeben. Zum selben Zeitpunkt vor den Wahlen 2016 waren es bereits 24 Prozent gewesen. Ähnliche Bilder zeigen sich in anderen Gemeinden: In Wohlen liegt die Stimmbeteiligung aktuell bei 16 Prozent, im Vergleich zu 19 Prozent vor vier Jahren. Und in Oftringen liegt sie bei 13 Prozent statt bei 14.

Ferien, wenig Zeit und Wahlmüdigkeit

Von den angefragten Gemeinden zeigt sich einzig in Aarau ein anderes Bild: Dort ist die Wahlbeteiligung praktisch gleich hoch wie noch 2016. Damit ist Aarau allerdings eine Ausnahme. Und nicht nur ist in den anderen Gemeinden die Wahlbeteiligung aktuell tiefer als auch schon. Diese gehen ebenso davon aus, dass sie auch am Sonntag tiefer sein wird als in vergangenen Jahren. Aber wieso?

Drei mögliche Gründe geben die Gemeinden dafür an:

1. Weil die Abstimmung vom 27. September nur drei Wochen vor den kantonalen Wahlen stattgefunden hat, wurden die Wahlunterlagen später verschickt als sonst. Möglich, dass deswegen die Wahlbeteiligung noch nicht so hoch sei wie auch schon. Und weiter möglich, dass dafür aber in den letzten Tagen vor den Wahlen nochmals mehr Menschen wählen werden.

2. Die Wahlunterlagen wurden in den Herbstferien verschickt. Vielleicht werden mehrere Aargauerinnen nach den Ferien noch wählen.

3. Die Aargauer sind wahlmüde. Die letzte Abstimmung war erst gerade und der Abstimmungskampf für jene Ende November ist bereits angerollt. Nicht nur könnten die Stimmbürger nach dem intensiven Abstimmungskampf im September politmüde sein. Auch bei den Parteien könnten gewisse Ermüdungserscheinungen vorhanden sein, schon wieder Wahlkampf zu machen.

Wahlen und Abstimmungen zusammenlegen?

Was also tun? Einen Vorschlag hat die Gemeinde Windisch, wie sie gegenüber dem Fernsehsender TeleM1 sagte. Und zwar: Man solle doch künftig die Wahlen auf einen Abstimmungstermin legen. Dann würden die Menschen sowieso schon abstimmen, dann könnten sie doch gleichzeitig auch noch wählen. Das könnte die Wahlbeteiligung erhöhen. Allerdings: Das ist so nicht vorgesehen, wie der Kanton mitteilt. Die Wahlen werden absichtlich an einem anderen Wochenende als die Abstimmungen durchgeführt. So soll verhindert werden, dass die Wahlen durch umstrittene Abstimmungen und emotionale Abstimmungskämpfe beeinflusst werden.

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