Asyl im Aargau
Die unterirdische Asylunterkunft beim Spital Muri wird vorerst geschlossen

In den letzten drei Monaten des Vorjahres waren es noch bis zu 413 Asylsuchende, im Januar waren es noch 125, im Februar 129. Der Bund wies dem Kanton Aargau in den letzten beiden Monaten weniger Asylsuchende zu als noch in den Vormonaten. Nun reagiert das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) auf die Tendenz und schliesst die unterirdische Asylunterkunft beim Spital Muri.

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Die unterirdische Asylunterkunft beim Spital Muri wird vorerst geschlossen. Grund ist die rückläufige Tendenz bei der Zuweisung von Asylsuchender.

Die unterirdische Asylunterkunft beim Spital Muri wird vorerst geschlossen. Grund ist die rückläufige Tendenz bei der Zuweisung von Asylsuchender.

Alex Spichale

Der Kanton Aargau nimmt die unterirdische Unterkunft beim Spital Muri AG temporär ausser Betrieb. Die 130 Asylsuchenden, die in der Geschützten Operationsstelle (GOPS) leben, werden in anderen Unterkünften einquartiert.

Die Tendenz bei der Zuweisung von Asylsuchenden sei rückläufig, teilte das kantonale Departement Gesundheit und Soziales (DGS) am Dienstag mit.

Der Bund hatte dem Aargau in den letzten drei Monaten des Vorjahres je bis zu 413 Asylsuchende zugewiesen. Im Januar waren es 215 und im Februar 129 Asylsuchende.

Das Departement von Regierungsrätin Susanne Hochuli entschied daher, den Betrieb der GOPS beim Spital Muri in den kommenden zwei Wochen herunterzufahren. Die Anlage war im Oktober geöffnet worden.

Die 130 Personen würden auf die drei anderen unterirdischen Unterkünfte bei den Spitälern Baden, Aarau und Laufenburg verteilt. Einige Personen würden in oberirdische Anlagen ziehen.

Das DGS folgt gemäss eigenen Angaben seiner bisherigen Strategie, dass die unterirdischen Anlagen "so lange wie nötig und so kurz wie möglich in Betrieb sein sollen". Derzeit sind 580 der insgesamt 820 Plätze in den Geschützten Operationsstellen belegt.

Entwicklung unklar

Wie sich die Zahl der Asylsuchenden entwickeln werde, sei schwer absehbar, hält das Departement fest. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) gehe davon aus, dass in diesem Jahr gleich viele Personen ein Asylgesuch stellen würden wie 2015.

Vor diesem Hintergrund sei über die saisonale Entspannung bei der Zuweisung von Asylsuchenden hinaus nicht mit einer Trendumkehr zu rechnen, hält das DGS fest. (sda)