Trockenheit

Die Trockenheit hält an – Feuerwerk und Höhenfeuer fallen teilweise aus

In Aargauer Wäldern und in deren Nähe sind Feuer nun verboten (Archiv).

In Aargauer Wäldern und in deren Nähe sind Feuer nun verboten (Archiv).

Der trockene Frühling und der heisse Sommer haben Konsequenzen: Die Waldbrandgefahr ist gross, die ersten Gemeinden haben die geplanten Höhenfeuer am 1. August abgesagt und Feuerwerke verboten.

Die Wetterprognose für die nächsten Tage ist eintönig: Sonne, Sonne und noch mehr Sonne. Weit und breit ist kein Regen in Sicht. Das mag die Badi-Besucher freuen, die Natur dagegen lechzt nach Wasser, die Böden sind ausgetrocknet. Der Kanton Aargau hat wegen der Trockenheit die Gefahrenstufe angehoben, seit gestern gilt Stufe vier. Diese Stufe bedeutet, dass die Waldbrandgefahr gross ist. Neu gilt darum ein Feuerverbot in Wäldern und an Waldrändern. Mit 200 Metern Abstand vom Wald darf ein Feuer angezündet werden.

Das Verbot gilt auch für bestehende Feuerstellen bei Waldhütten, Picknick- und Spielplätzen; ausgerechnet jetzt, wenn im ganzen Kanton am 1. August die Bundesfeiern vor der Tür stehen, mit Höhenfeuer und Feuerwerk. Muss die Bevölkerung im Aargau in diesem Jahr darauf verzichten? Jein.

Höhenfeuer dürfen dann angezündet werden, wenn der Sicherheitsabstand von 200 Metern zum Wald eingehalten wird. Grundsätzlich verboten sind sie, zumindest auf kantonaler Ebene, nicht. Einige Gemeinden, zum Beispiel Villigen und Untersiggenthal, mussten die geplanten Höhenfeuer anlässlich der Bundesfeier aber absagen. Auch Feuerwerke dürfen am 1. August nach dem heutigen Stand abgefeuert werden, auf kantonaler Ebene gibt es kein Verbot, solange der Sicherheitsabstand zum Wald eingehalten wird.

Neu ist auch der Aargau rot eingefärbt. Noch grössere Waldbrandgefahr besteht in Teilen des Wallis.

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Teilweise absolutes Verbot

Einige Gebiete und Gemeinden sind strenger als der Kanton. Im Suhrental und Uerkental herrscht ein absolutes Feuerverbot. Siglistorf, Ober- und Niederrohrdorf haben am Donnerstag ebenfalls beschlossen, dass Feuerwerke und Höhenfeuer am Nationalfeiertag verboten sind.

Wegen Dürre: Diesen Milchkühen droht der Schlachthof

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«Bei uns ist es sehr trocken, noch trockener als an anderen Orten im Kanton», begründet der Gemeindeammann von Siglistorf, Samuel Schuhmacher, das Verbot. «Dieses Risiko wollen wir einfach nicht eingehen.» Gleich tönt es in Gipf-Oberfrick: «Bis zum 1. August ist kaum mit anhaltenden Niederschlägen zu rechnen. Somit verstärkt sich die Trockenheit weiter», begründet die Gemeinde den Entscheid auf ihrer Website. Kann es sein, dass sich die Regeln bis nächste Woche auch auf Kantonsebene noch verschärfen? Michel Hassler vom kantonalen Führungsstab verneint. «Momentan gehen wir nicht davon aus, dass sich die Situation verändert.» Die Wetterprognose deute aktuell weder auf eine Verschärfung noch auf eine Lockerung der 200-Meter-Regel hin. Allerdings betont Hassler: «Die Weisungen der Gemeinden sind zu beachten.»

Im Aargau wird deshalb, im Gegensatz zur Ostschweiz und zum Tessin, Feuerwerk verkauft. Coop und Migros haben die Artikel dort aus dem Sortiment genommen, weil die Kantone ein Feuerwerksverbot erlassen haben.

«Sollte im Aargau noch ein Verbot ausgesprochen werden, dann würden wir sofort den Verkauf von Feuerwerk einstellen», sagt Andrea Bauer, Mediensprecherin bei der Migros. Coop würde gleich handeln, so Markus Eugster von der Coop-Medienstelle. «Im Falle eines Verbots könnten die Kunden die gekauften Artikel zurückbringen.»

Folgende Sicherheitsmassnahmen sollen beim Feuern eingehalten werden:

  • Keine brennenden Raucherwaren und Zündhölzer wegwerfen.
  • Bei starkem Wind (allgemein, aber auch vor und während Gewittern) darf wegen des gefährlichen Funkenflugs kein Feuer im Freien entfacht werden. Dies gilt auch für Grills, die zu Funkenflug führen können.
  • Feuer nie unbeaufsichtigt lassen.
  • Feuer immer löschen und sich versichern, dass Feuer und Glut auch tatsächlich erloschen sind.
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